FCN: Warum Becker unter dem Radar läuft

Über ihn wird selten gesprochen – dabei ist er einer der konstantesten Nürnberger.

1. FC Nürnberg FCN News CLUBFOKUS Analyse Finn Ole Becker
Foto: DO IT NOW Media

Viel Qualität

Das zentrale Mittelfeld gilt als Prunkstück des 1. FC Nürnberg. Adam Markhiyev, Finn Ole Becker, Rafael Lubach und Julian Justvan sind diejenigen, die die FCN-Raute in der Spielfeldmitte ausfüllen. Fußballerisch dürfte es schwer sein, in der 2. Bundesliga etwas Besseres zu finden. Auch individuell betrachtet haben alle vier Akteure entweder bereits in der Bundesliga gespielt oder dürften schon bald Interesse aus dieser auf sich ziehen.

Unter dem Radar

Entsprechend stehen auch viele Mittelfeldspieler des Clubs regelmäßig im Fokus. Markhiyev und dessen Wichtigkeit, die Entwicklung Lubachs sowie der mitunter kontrovers diskutierte Justvan sind bekannte Themen. Wer jedoch relativ selten erwähnt wird, ist Becker. Dabei liefert der 25-Jährige konstant gute Leistungen ab.

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Läuft beim FCN fußverkehrt halbrechts im Mittelfeld auf: Finn Ole Becker.

Perfekt geeignet

Der technisch starke Linksfuß passt mit seinem Profil sehr gut zur Nürnberger Spielweise. Becker verfügt über eine hohe Spielintelligenz, durch die er ein gutes Gefühl dafür hat, wann Räume frei werden und wann er diese belaufen muss. Auch seine Ruhe am Ball ist für den FCN essenziell. Der Ex-Hoffenheimer spielt schließlich die meisten Pässe der Franken unter Gegnerdruck und findet immer wieder spielerische, kleinteilige Lösungen, um sich auch aus engen Räumen entziehen zu können.

Entweder durch 1-gegen-1-Situationen oder durch kluge, gut getimte Pässe. Aus dem Nürnberger Mittelfeld ist er derjenige, der die meisten Läufe mit dem Ball verzeichnet und zugleich die kürzeste Passdistanz (im Schnitt unter 16 Metern) aufweist, was der Vorstellung von Miroslav Klose nahekommen dürfte.

Mehr Gefahr

Zwischenzeitlich blieb Becker etwa vier Jahre lang ohne eigenen Treffer in einem Pflichtspiel. Mit wenig Einsatzzeit und einer defensiveren Rolle lassen sich dafür ein Stück weit Argumente finden. Dennoch hat sich der gebürtige Elmshorner dahingehend weiterentwickelt. Nicht nur, da er die meisten raumgewinnenden Pässe aller Nürnberger Mittelfeldspieler spielt, sondern vor allem, da er von diesen auch die meisten Strafraumaktionen verzeichnet. So sorgte Beckers Nachrückverhalten schon oft für Torgefahr. Seine bislang drei erzielten Saisontore konnte er zuvor noch nie im Herrenbereich übertreffen.

Top-Verstärkung

Natürlich ist Becker kein klassischer Zweikämpfer, der sich über Physis oder direkte Duelle auszeichnet. Das zeigt sich auch daran, dass er lediglich 46 % seiner Defensivduelle für sich entscheidet und stattdessen häufiger über das Abfangen gegnerischer Pässe zu Balleroberungen kommt.

Insgesamt ist der 48-fache Bundesligaspieler bis hierhin dennoch sicherlich einer der stärksten Nürnberger Spieler der laufenden Saison. Mit 25 Jahren sollte der FCN auch deutlich bessere Aussichten auf einen längeren Verbleib haben als bei anderen Akteuren, was Becker unter dem Strich zu einem Spieler macht, der mitunter sogar etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.