FCN auf Schalke: Diese Phase entscheidet das Spiel

Warum der Club beim Tabellenführer vor allem einen Moment überstehen muss.

Tabellenführer

Am Sonntagnachmittag gastiert der 1. FC Nürnberg beim Tabellenführer aus Schalke. Nach enttäuschenden Jahren haben sich die Königsblauen in dieser Spielzeit zu einem Spitzenteam in der 2. Bundesliga entwickelt. Das liegt vor allem daran, dass man mit lediglich acht Gegentoren die mit Abstand beste Defensive der Liga stellt. Von den bisherigen sieben Heimspielen gewann Schalke sechs, was die Schwierigkeit der Aufgabe für den FCN unterstreicht.

Wenig Zeit

Den Club erwartet am 16. Spieltag einen Gegner, der einem so gut wie keine Zeit im Spielaufbau geben wird. Schalke presst aus dem 5-2-3 heraus sehr kompakt und hoch. Immer wieder schließt man das Zentrum, weshalb die Gegner gerade einmal 21 % ihrer Angriffe durch die Spielfeldmitte vortragen. Aus der Struktur heraus sorgt man regelmäßig für Druck auf den ballführenden Spieler und kann durch gezielte Pressingtrigger viele Balleroberungen in gefährlichen Räumen verzeichnen. Passend dazu spult man die meisten Sprints der Liga ab.

Darüber hinaus verteidigen die Knappen mit der im Durchschnitt höchsten Kette der Liga. Das sorgt zwar theoretisch für viel Raum hinter der Abwehr, da das Schalker Timing hier aber gut ist, stellt man den Gegner entsprechend oft ins Abseits. Im Zweifel kann man sich zudem auf Torhüter Loris Karius verlassen, der bereits über sechs Gegentore verhindert hat, die anhand der gegnerischen Abschlüsse zu erwarten gewesen wären.

Standards und Umschalten

Viele Daten der Schalker lesen sich nicht zwingend wie die eines Spitzenreiters. Man verzeichnet ligaweit den geringsten Ballbesitzanteil, spielt die wenigsten Pässe und hat die geringste Passquote. Stattdessen versucht man, möglichst früh den Rücken der gegnerischen Abwehr zu attackieren. Muss man selbst einen abwartenden Gegner bespielen, tut man sich entsprechend schwer. Das zeigt sich auch bei der Torentstehung: Von den „nur“ 20 Saisontoren resultierten neun aus ruhenden Bällen und fünf aus gegnerischen Ballverlusten.

Anfangsphase entscheidend

Gleich zu Spielbeginn wird der FCN gefordert sein. Schalke beginnt Spiele – vor allem zu Hause – extrem fulminant und intensiv. Kein Team ging in der Anfangsphase häufiger in Führung als Nürnbergs nächster Gegner. Ähnlich betont es auch Rafael Lubach via ClubTV: „Wir müssen vor allem in der Anfangsphase gut stehen und kein frühes Gegentor kriegen. Es wäre schon sehr schwer, wenn man versuchen muss, einen Rückstand gegen sie zu drehen.“ Tatsächlich mündeten bei der Muslic-Elf elf von zwölf Führungen in einem Sieg. Für die Mannschaft von Miroslav Klose könnte somit bereits die Anfangsphase der Partie entscheidend sein.

Schwierige Aufgabe

Auf den Club wartet eine herausfordernde Aufgabe. Entscheidend wird sein, wie man mit dem sehr hohen Raumdruck des Gegners im Spielaufbau umgeht. Sicherlich wird dabei auch der ein oder andere lange Ball nötig sein. Zuletzt versuchten es gegen Schalke viele Teams mit Diagonalbällen auf deren linke Defensivseite. Auch das Verhalten bei zweiten Bällen sowie eine gute Tiefensicherung werden essenziell sein, um seit langer Zeit wieder mit einem Sieg aus Gelsenkirchen abreisen zu können.