Ein Punkt und viele neue Erkenntnisse

Das 3:3 in Berlin bringt dem 1. FC Nürnberg am Ende zwar nur einen Punkt, aber vor allem viele positive Erkenntnisse. Der CLUBFOKUS analysiert.

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Foto: FCN

Gute Lösungen im Ballbesitz

Auch in den vergangenen Wochen punktete der FCN solide, blieb aber im Spiel mit Ball deutlich pragmatischer und fehleranfälliger. Bei der Hertha zeigte die Fiél-Elf viele gute Lösungen im eigenen Ballbesitz, durch welche man immer wieder zwischen und hinter die Berliner Ketten kam. Auch das Trainerduell zwischen Cristian Fiél und Pál Dárdai ging klar den Nürnberg-Coach. Ein Auftritt, der Mut und vor allem Lust auf mehr macht.

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Club-Trainer Fiél erkannte mit seinem Trainerteam in der Vorbereitung auf die Hertha die richtigen Räume, seine Mannschaft bespielte diese über weite Phasen sehr erfolgreich. Foto: FCN

Nürnberger Intensität

Vor dem Spiel befand sich der Club in der Rückrundentabelle auf dem letzten Platz. Zumindest was die Anzahl an gelaufenen Kilometern und absolvierten Sprints anbelangt. Am Wochenende war der FCN das Team mit den dritthöchsten Laufleistung (123.2 km). Positiv auffällig war hier mal wieder Florian Flick, der mit 12.9 Kilometern die meisten aller Zweitligaspieler abspulte. Auch Jens Castrop schaffte es in dieser Kategorie in die Top-10. Zugleich absolvierte die Fiél-Elf die zweitmeisten Sprints in Spielrichtung (131), was die vielen Bewegungen und Rochaden im eigenen Ballbesitz unterstreicht. Ein weiterer Punkt, der die Intensität im Nürnberger Spiel zeigt, ist die Zweikampfquote. Mit 61% erfolgreichen war der Club das stärkste Team der Liga. Am Ende gewann Nürnberg 109 direkte Duelle, die Hertha lediglich 61. Somit überzeugte der FCN am Wochenende nicht nur auf der technisch-taktischen, sondern auch auf der physischen Ebene.

Schleimer statt Andersson

Das erste Mal in diesem Jahr stand Lukas Schleimer in der Startelf. Das Vertrauen konnte er mehr als zurückzahlen. Mit ihm gestaltete sich das Nürnberger Offensivspiel deutlich variabler. Schleimer ließ sich häufig in den Zehnerraum fallen, den der Club bewusst überlud. So hatte man zwischen der Herthaner Innenverteidigung und 6er-Position häufig Überzahl und konnte das Spiel von dort aus gut beschleunigen und war nur schwer zu greifen für die Berliner Defensive. Ein weiterer Aspekt, der pro Schleimer spricht, ist dessen Intensität. Mit 87 intensiven Läufen am Wochenende steht er es in den Top-5 der 2. Liga – als Stürmer wohlgemerkt. Mit Schleimer verteidigte man nicht zufällig deutlich höher und aktiver, wenngleich natürlich auch der Gegner ein anderer war. Schleimer konnte in jedem Fall überzeugen.

Auch wenn die individuelle Qualität der Berliner sehr hoch ist, trugen die individuellen Nürnberger Fehler einen Großteil zu den 3 Gegentreffern bei. „Nach dem 3:1 haben wir aufgehört, die Dinge zu tun, die wir bis dahin gut gemacht haben. Im Fußball geht nichts von alleine, du musst so ein Spiel zu Ende bringen. So fährst du jetzt mit einem 3:3 nach Hause und bist unzufrieden“ resümierte auch Fiél nach der Partie. Mittlerweile dürften zumindest große Teile der Unzufriedenheit gewichen sein. Denn viele Aspekte im Nürnberger Spiel waren gut.

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