Dramatischer FCN-Sieg
Es war ein denkwürdiger Samstagnachmittag im Max-Morlock-Stadion: Der 1. FC Nürnberg schlägt die SV Elversberg zum Auftakt in die Rückrunde in einem hochdramatischen Spiel mit 3:2. Obwohl der Club zur Pause noch mit 0:1 zurücklag, sah Miroslav Klose nach eigenen Aussagen die beste erste Halbzeit seiner Mannschaft in dieser Saison: „Die müssen nur noch reingehen“, sagte der FCN-Trainer gegenüber der Sportschau mit Blick auf die vielen ungenutzten Torchancen.
Rekorde bei Abschlüssen
Am Ende standen 27 Abschlüsse für die Klose-Elf zu Buche. Für den Club nicht nur der Höchstwert in dieser Saison, sondern sogar der höchste seit August 2019. Ein entscheidender Faktor dafür war Stürmer Piet Scobel, der sein Startelfdebüt in der 2. Bundesliga feierte. Der 20-Jährige war an sage und schreibe 15 dieser 27 Torversuche direkt beteiligt. Zwölfmal suchte er selbst den Abschluss – so viele Abschlüsse in einem Zweitligaspiel hatte zuletzt Ragnar Ache im Oktober 2023. „Ist die Frage, ob das jetzt gut oder schlecht ist“, kommentierte Scobel die Zahl nach der Partie mit einem Lächeln.
Zum Vergleich: Semir Telalovic kam in seinen 335 Einsatzminuten für den FCN in Liga zwei auf insgesamt sechs Abschlüsse. Außerdem bemerkenswert: Neun der zwölf Versuche Scobels erfolgten per Kopf – etwas, das in dieser Saison bislang nicht einmal eine komplette Mannschaft in einem einzigen Spiel schaffte.
Scobel trotz vergebener Chancen
Dass keiner seiner sechs Abschlüsse in Halbzeit eins den Weg ins Netz fand, ließ Scobel zwar nicht kalt, brachte ihn aber auch nicht aus dem Konzept: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das gar nicht beschäftigt“, gab der Angreifer ehrlich zu. Gleichzeitig blieb er mental stabil: „Ich versuche klar zu bleiben und das aus dem Kopf zu streichen“ – was ihm in der Folge eindrucksvoll gelang.
Mit seinen beiden Kopfballtreffern zum 2:2 in der 71. Minute und zum 3:2 in der 93. Minute avancierte der 1,91 Meter große Rechtsfuß schließlich zum Matchwinner. Er sorgte damit nicht nur für den Nürnberger Sieg, sondern auch dafür, dass die Elversberger erstmals in dieser Saison drei Gegentore kassierten.
Scobels große Stärke
„Er hat ein Näschen dafür, wo der Ball hinkommen kann“, analysierte Klose nach dem Spiel den Auftritt seines Doppelpackers und stellte klar, „dass wir alle gewusst haben, dass er das kann“ – wenngleich man ihn weiter „behutsam“ aufbauen möchte. Aber auch abseits der Tore habe Scobel eine engagierte Leistung gezeigt.
Tatsächlich spulte der Angreifer sogar die meisten Kilometer aller FCN-Spieler ab und rundete damit einen nahezu perfekten Tag ab – gekrönt durch seine große Spezialität: „Das ist schon seine Stärke. Die Wucht, die er dahinter bringt – das macht Spaß“, schwärmte das ehemalige Kopfballungeheuer Klose vom Kopfballspiel seines neuen Torjägers.



