Kurze Zeit in Nürnberg
Gerade einmal gute vier Monate lief Pape Demba Diop für den 1. FC Nürnberg auf. Nachdem der FCN den Mittelfeldspieler am 31. August auf Leihbasis verpflichtete, endet das Kapitel bereits Anfang Januar wieder. Grund dafür ist, dass Diops Stammverein Racing Straßburg von einer entsprechenden Option im Vertrag Gebrauch macht und das Leihgeschäft dadurch vorzeitig beendet.
Für den Club scheint diese Entscheidung durchaus überraschend zu sein. „Wir bedauern die Entscheidung von Straßburg sehr, da wir die Leihe mit Demba gerne fortgesetzt hätten“, zeigt sich FCN-Sportvorstand Joti Chatzialexiou enttäuscht. Seinen Aussagen zufolge ist Diops geringere Spielzeit, die für Straßburg ausschlaggebend war, auf eine Sprunggelenksverletzung im Oktober zurückzuführen. Dass man ihn deshalb zwischenzeitlich geschont habe, führte dazu, „dass die Eigentümer des Vereins mit der Einsatzzeit nicht zufrieden waren und somit die Entscheidung getroffen haben“.
Laufstark
Was den Franken dadurch fehlen wird, ist ein sehr laufstarker Spieler. Mit 11,9 Kilometern sowie 85 intensiven Läufen pro 90 Minuten war Diop in der Hinrunde die Benchmark seiner Mannschaft. In anderen Parametern schnitt er hingegen deutlich schwächer ab. So war er von allen Spielern, die vermehrt im Mittelfeldzentrum aufliefen, derjenige, der mit 34 Pässen pro 90 Minuten die wenigsten spielte. Das Gleiche gilt für die Anzahl und Präzision seiner gespielten Bälle mit Raumgewinn.
Dass der Senegalese Talent mitbringt, war zweifelsfrei erkennbar. Auf dem Feld zeigte sich aber auch, dass er noch einige Entwicklungsschritte vor sich hat, die er jedoch nicht mehr in Nürnberg absolvieren wird. Seine Entscheidungsfindung in der Passauswahl sowie seine Positionierung gegen den Ball sind Beispiele dafür. Insgesamt verzeichneten – auf 90 Minuten gerechnet – sogar nur die drei Innenverteidiger Fabio Gruber, Robin Knoche und Luka Lochoshvili weniger erfolgreiche Offensivaktionen als der 22-Jährige.
Guter Kaderspieler
Im FCN-Mittelfeld schien Diop in der Rangordnung Adam Markyhiev, Rafael Lubach und Finn Ole Becker vor sich gehabt zu haben. Dass er einen davon verdrängt hätte, ist eher unwahrscheinlich. Als „Edeljoker“ war er aber allemal eine gute Wahl. Inwieweit der Club den Abgang ersetzen wird, bleibt abzuwarten.
Intern hat man vor allem mit Ayoub Chaikhoun einen talentierten Spieler in der Hinterhand, der passenderweise ebenfalls zumeist die Position halblinks im Mittelfeld bekleidet. Was man Diop vorwerfen konnte, ist sein noch relativ „wildes“ Spiel. Das spräche auch gegen Chaikhoun, der – verständlicherweise – in seiner Entscheidungsfindung ebenfalls noch Luft nach oben zeigt. Eine weitere Option könnte der zuletzt von Miroslav Klose oft gelobte Tom Baack sein, wenngleich dessen geringe Einsatzzeiten in der Hinrunde sicherlich auch ihre Gründe hatten. Insofern erscheint eine externe Verstärkung denkbar.
Andere Prioritäten?
Insgesamt ist der Verlust Diops sicherlich nicht ideal, wie auch Chatzialexiou anmerkt: „Aus unserer Sicht hat er sehr gut in unser bestehendes Team gepasst.“ In der Wintertransferperiode wird man die Augen und Ohren für das Mittelfeld entsprechend geöffnet haben und den Markt sondieren. Parallel dazu dürfte die Position des Stürmers ebenfalls auf der Tagesordnung stehen. Spannend wird derweil sein, wie die Zukunft des Spielers aussehen wird. Dass Diop in Straßburg beim Tabellensiebten der Ligue 1 eine Rolle spielen wird, ist unwahrscheinlich, weshalb ein weiteres Leihgeschäft eine realistische Option erscheint.



