Die Physis & Psyche von „Physiker“ Tzimas – FCN gegen Münster

Gegen unangenehme Münsteraner braucht der 1. FC Nürnberg einen Stefanos Tzimas, der Psyche und Physis in Einklang bringt. Sein ehemaliger Lehrer dürfte daran keine Zweifel haben.

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Foto: DO IT NOW Media

Tzimas auf Formsuche

Nein, es ist derzeit nicht die beste Phase für Stefanos Tzimas im Trikot des 1. FC Nürnberg. Daran änderte auch nichts, dass er seine kleine Torflaute von vier Spielen mit einem Abstauber bei der 1:2-Niederlage gegen Hannover 96 beenden konnte. Denn darüber hinaus agierte der 19-Jährige weiterhin überwiegend kopflos bei seinen Aktionen und verlor gegen eine physisch starke 96-Defensive viele Bälle.

Umso wichtiger wird es, dass Tzimas beim anstehenden Auswärtsspiel bei Preußen Münster wieder Psyche und Physis in Einklang bringt. Viele Gespräche mit seinem Trainer und ehemaligen Top-Stürmer Miroslav Klose sollen dabei helfen. Dass der junge Grieche die Ratschläge des Trainerteams schnell aufnehmen und umsetzen kann, bewies seine eindrucksvolle Entwicklung in dieser Saison.

Tzimas der Physiker

Für George Iakovidis ist dies keine Überraschung. Tzimas sei schon in jungen Jahren durch seinen Scharfsinn aufgefallen, wie sein ehemaliger Lehrer „mkdn.gr“ erzählte: „Konzentration und die sofortige Aufnahme dessen, was man ihm beibringt, sind seine großen Stärken.“ Hätte der Physiker seinem ehemaligen Schüler eine ähnliche Karriere zugetraut? „Wenn er nicht Fußballspieler geworden wäre, hätte er ein sehr guter Physiker werden können.“

Der Grundsatz, den Tzimas von seinen Eltern mit auf den Weg bekommen hat, nämlich „Erst die Schule, dann der Sport“, könnte ihm also auch in seiner jetzigen Phase weiterhelfen: erst die Analyse- und Trainingsarbeit unter der Woche, dann die Leistungsexplosion am Wochenende. So sähe zumindest die Idealvorstellung aus.

Gegen Münster wird „Physiker“ Tzimas mehr Klarheit in sein Spiel mit Ball bringen müssen, um sich anschließend gegen eine körperlich starke Mannschaft durchsetzen zu können. Die Münsteraner sind für ihre intensive und unangenehme Gangart bekannt, gegen die es gilt, sich mit Körper und Kopf zu wehren.

Kopf & Körper gegen Münster

Apropos Kopf. Dieser wird nicht nur zum Denken, sondern auch zum Spielen wichtig sein. Schließlich führt kein Team der 2. Bundesliga mehr Luftduelle als der kommende Gegner. Zudem erzielte die Hildmann-Elf die zweitmeisten Tore per Kopf, kassierte aber auch die zweitmeisten. Möglicherweise eine Chance für Tzimas, der bereits viermal einnickte.

Bereits unmittelbar nach der Niederlage gegen Hannover kündigte Stefanos Tzimas an, unter der Woche hart arbeiten zu wollen. Wer ihn bislang in Nürnberg beobachtet hat und ihn kennt – wie sein ehemaliger Lehrer –, der weiß, dass der 11-Tore-Stürmer seinen Worten Taten folgen lässt. Nun liegt es an ihm, die harte Arbeit wieder am Spieltag umzumünzen – allerdings nicht nur mit jugendlicher Verbissenheit, sondern auch mit der logischen Herangehensweise eines Physikers.