„Das ist Qualität“ – Kann der FCN Grubers Präzision in der Rückrunde besser nutzen?

Ein neues Element im Spiel des 1. FC Nürnberg, von dem ein Mitspieler besonders profitieren könnte.

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Foto: DO IT NOW Media

Kaum lange Pässe – bis zuletzt?

Bekanntermaßen ist der 1. FC Nürnberg sehr darauf bedacht, sein Spiel kontrolliert mit kurzen Pässen aufzubauen, statt den langen Schlag zu wählen. So spielten in der Hinrunde der 2. Bundesliga nur zwei Teams weniger lange Pässe pro 90 Minuten als der FCN.

Wie wertvoll lange Bälle allerdings sein können, zeigte sich nun rund um den Jahreswechsel. Sowohl beim 2:1-Sieg gegen Hannover 96 als auch beim 7:1-Testspielerfolg über die Grasshoppers Zürich konnte man mit einem langen Pass gezielt das enorme Tempo von Mohamed Ali Zoma einsetzen – der jeweils in der Folge solcher Aktionen traf.

Klose lobt Grubers Pässe

Insbesondere die Qualitäten eines Innenverteidigers könnten künftig dabei helfen, einen solchen Spielzug zu einer neuen Stärke des FCN zu machen. Denn Fabio Gruber bereitete gegen Zürich nicht nur Zomas Treffer vor, sondern spielte darüber hinaus mehrfach gut getimte lange Pässe.

„Was für Bälle er mit dem Spann gespielt hat – punktgenau. Du kannst einmal gehen lassen, du kannst einmal stoppen, du kannst viel mit dem Ball anfangen“, lobt Miroslav Klose den peruanischen Nationalspieler: „Das ist für mich auch Qualität.“

Ausbaufähige Präzision in der Hinrunde

Eine Qualität Grubers, die man in der Hinrunde allerdings noch nicht allzu häufig nutzen konnte. Zwar spielt der 23-Jährige mit 5,1 langen Pässen pro 90 Minuten bislang die meisten aller Clubfeldspieler. Allerdings kamen davon mit 48 Prozent nicht einmal die Hälfte an – was im Ligavergleich für Innenverteidiger deutlich unterdurchschnittlich ist.

Eigentlich verwunderlich, da Gruber vor seinem Wechsel nach Nürnberg sowohl beim SC Verl als auch beim FC Augsburg II gerade mit seinem Passspiel regelmäßig herausstach.

Timing und Laufwege entscheidend

Offenbar arbeitete der FCN zuletzt jedoch gezielt an Timing und Laufwegen – was Grubers lange Pässe künftig besser zur Geltung bringen könnte.

„Da haben wir jetzt auch ein bisschen was gemacht. Erkennen, wann der Gegner auslöst“, erklärte Klose nach der Generalprobe gegen Zürich. Offenbar identifizieren die Offensivspieler nun besser, wann der Gegner ins Pressing geht und die Tiefe attackiert werden kann: „Wenn sie Eins-gegen-eins gemacht haben, dann konnten wir die Räume belaufen. Und das haben wir erkannt – und das ist auch der nächste Schritt, dass sie erkennen, dass die Bälle auch kommen.“ Jene Bälle spielte Gruber an diesem Tag gleich mehrfach präzise: „Das ist Timing von den Stürmern, Qualität vom Ball.“

Neues Element im FCN-Spiel?

Die Folge: Es könnten sich wieder vermehrt Räume vor der gegnerischen Abwehr ergeben, weil man den Gegner durch die Gefahr der langen Pässe konstant vor Entscheidungen stellt. „So reißt du die auseinander. Und beim nächsten Mal spielst du wieder zwischen die Linien. Das ist die Variation, bei der der Gegner nie weiß: Was machen die?“, beschreibt Klose den gewünschten Effekt – und sah seine Mannschaft zumindest gegen Zürich in dieser Hinsicht deutlich variabler.

Inwiefern Präzision bei den Pässen und Timing bei den Laufwegen in der Rückrunde nun häufiger so harmonieren, bleibt spannend zu beobachten. Doch vieles deutet darauf hin, dass der FCN sein Spiel gezielt um ein neues Element erweitern möchte. Mit Grubers rechtem Fuß und Zomas enormem Tempo sind dafür jedenfalls gute Voraussetzungen vorhanden – zumal zum Rückrundenauftakt mit der SV Elversberg ein Gegner wartet, der sich nur ungern tief fallen lässt und entsprechend zumindest in der Theorie Raum hinter der Abwehr offenbart.