Das ist Nürnbergs Neuer: Nick Seidel Analyse

Nick Seidel wechselt zum FCN! Der 19-Jährige führte zuletzt die Karlsruher Junioren als Kapitän aufs Feld. Der CLUBFOKUS analysiert die Qualitäten des Bald-Nürnbergers.

Nick Seidel Analyse KSC Nürnberg
Bildquelle: FCN

Seidels Aussicht auf Spielzeit beim Club

Dass der 19-Jährige seinen Jugendverein verlässt, erscheint auf den ersten Blick etwas überraschend. Nicht aber, wenn man bedenkt, dass der KSC in dieser Saison keine 2. Mannschaft stellt. Zwar ändert sich dies zur kommenden Saison, die Badener Zweitvertretung wird aber in der Verbandsliga antreten. Die Verbandsliga ist in Baden-Württemberg die 6. Liga und somit gleichzusetzen mit der Landesliga in Bayern. Dennoch hat Seidel bereits mit den Profis trainiert und kam auch in Testspielen zum Einsatz. Der Linksfuß agiert ansonsten sehr konstant und verpasste in den letzten Jahren kaum ein Spiel. Die Chancen auf Einsatzzeiten im Herrenbereich schätzt er beim Club offensichtlich als größer ein.

NLZ-Leiter Michael Wiesinger über die Verpflichtung Nick Seidels.

Nick Seidel: Innenverteidiger mit Offensivdrang

Seidels stärkste Position ist die des linken Innenverteidigers. In der Karlsruher U-19 ist er einer der Spieler mit den meisten Ballaktionen. Vieles im Spielaufbau läuft über ihn. Er agiert mit Ball am Fuß sehr vertikal und spielt viele Pässe in Richtung Offensive. Kaum zu glauben, aber tatsächlich ist er der Spieler seines Teams mit den meisten Pässen hinter die gegnerische Abwehrkette. Als Innenverteidiger wohlgemerkt. Alleine dies unterstreicht Seidels hohen Offensivdrang.

Der große Unterschied zwischen Karlsruhe und Nürnberg

Auch wenn Seidels Passqualitäten gut sind und er beispielsweise gute Diagonalbälle spielen kann, bedarf es beim Club einer Umstellung. Während der FCN, vor allem unter Fiél, lange Bälle vermeidet, sind diese bei der KSC-Jugend an der Tagesordnung. Vor allem bei Seidel, der 12 lange Bälle pro 90 Minuten schlägt. Durch die hohe Frequenz an risikoreichen Bällen, liegt auch seine Passquote mit 79% relativ deutlich unter dem Ligaschnitt aller Innenverteidiger der U-19. Dieser liegt immerhin bei 83%. 

Nick Seidel Analyse Innenverteidiger
Auch die Daten belegen Nick Seidels Offensivdrang. Dass die vielen langen Bälle auf Kossten der Passpräzision gehen, ist auch klar.

Seidel: fair und gutes Timing

Im Spiel gegen den Ball wählt Nick Seidel einen guten Mix aus aktivem Verteidigen und Tiefe sichern. Da die Karlsruher Jugend sehr hoch presst, macht ihn dies für die Balance seiner jetzigen Mannschaft sehr wichtig. Dass der Innenverteidiger 69% seiner Defensivzweikämpfe gewinnt liegt auch daran, dass er in der Regel über ein gutes Timing verfügt, wann er in das direkte Duell muss und wann nicht. Für seine 191cm Körpergröße ist Seidel durchaus athletisch und wendig. Dennoch ist er auch im Kopfballspiel grundsolide – 57% seiner Luftduelle entscheidet er für sich. Obwohl der Glubberer Neuzugang aggressiv verteidigt, kommt er weitgehend ohne Fouls aus. Im Schnitt verzeichnet er lediglich in jedem 2. Spiel ein Foul und gehört damit zu den fairsten Verteidigern der U-19.

Einer für die Zukunft

In welcher Liga und Mannschaft Nick Seidel in der kommenden Saison spielen wird, hängt von dessen Eingewöhnung an den Herrenbereich und an die Nürnberger Spielweise ab. Als Linksfuß mit einem sehr progressiven Spielaufbau bringt er zumindest interessante Ansatzpunkte mit. Zugleich muss er sich natürlich an die Physis und an den deutlich anderen Spielstil umgewöhnen. Je nachdem wie gut und schnell dies gelingt, ist er in der Nürnberger U-23 in der Regionalliga gut aufgehoben.

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