Darum muss der FCN das Derby gewinnen

Auch wenn Derbys unberechenbar sind, sprechen Form, Daten und Stärken klar für den 1. FC Nürnberg am Sonntag.

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Foto: DO IT NOW Media

Trügerischer Start

Wenn am Sonntagnachmittag der 1. FC Nürnberg zum Frankenderby die SpVgg Greuther Fürth empfängt, treffen sich zwei sehr konträre Saisonverläufe. Dass die Gäste nach sechs Partien schon neun Zähler auf der Habenseite verbuchten, täuschte jedoch. Denn Fürth spielt mehr oder weniger vom ersten Spieltag an eine schlechte Saison.

Sucht man nach Stärken, sind auf den ersten Blick nicht gerade viele offensichtlich. Individuell ist man offensiv nicht schlecht besetzt. Über Branimir Hrgota, Felix Klaus (12 Scorerpunkte) und vor allem Noel Futkeu (8 Tore) kann man aus wenig jederzeit viel machen. Das zeigt sich auch daran, dass man mit etwa fünf mehr erzielten Toren, als es die Chancenqualität hergegeben hätte, das effizienteste Team der Liga ist. Vor allem im Umschaltspiel nutzt man das Tempo der Angreifer; fünf Kontertore sind die zweitmeisten der Liga.

Viele Schwächen

Die Liste an Defiziten im Fürther Spiel ist hingegen gefühlt endlos. Ein oberflächlicher Blick in die Daten genügt. Offensiv täuschen die 20 erzielten Tore über viele Probleme hinweg. Die wenigsten Expected Goals, die anteilig meisten Schüsse aus der Distanz, die geringste Torwahrscheinlichkeit pro Abschluss und die wenigsten Strafraumaktionen der Liga verzeichnen die Fürther.

Defensiv ist es noch schlimmer. Nicht nur, da kein Team in diesem Jahrtausend nach 14 Spieltagen mehr Gegentore kassierte als die 37 der Spielvereinigung. Die meisten zugelassenen Großchancen, unfassbare neun Gegentore nach Flanken, regelmäßige Standardgegentore und das am wenigsten intensiv pressende Team der Liga kommen ebenfalls hinzu.

Tabellenletzter

Abgerundet werden die Horrorwerte durch schwache Zweikampfwerte und den letzten Platz in puncto Laufleistung, Sprints und intensiven Läufen. Eine Kombination, die alles in allem dazu führt, dass jeder Datenanbieter das Kleeblatt anhand der Expected Points auf Platz 18 sieht, weshalb der aktuelle Rang 17 und die schon 13 eingefahrenen Punkte fast schon schmeichelhaft sind. 

Klarer Favorit

Zwar schreibt ein Derby seine eigenen Geschichten – und vor allem der Trainerwechsel von Thomas Kleine zu Heiko Vogel bringt eine unbekannte Komponente mit sich. Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass die seit Monaten existierenden Schwächen sich innerhalb weniger Tage lösen lassen, weshalb der 1. FC Nürnberg als klarer Favorit in die Partie geht.

Dass die Fürther den FCN im Spielaufbau 90 Minuten so stressen werden, dass der Club nicht seine vorhandenen fußballerischen Qualitäten auf den Rasen bringen kann, ist unwahrscheinlich. Gleichzeitig präsentierte sich Nürnbergs Gegner sehr anfällig, wenn man selbst unter Druck gesetzt wurde. Es wird somit an der Klose-Elf liegen, von Beginn an dominant aufzutreten. Schafft man es, nach Ballverlust ballnah sofort ins Gegenpressing zu gehen und zugleich hinten mit der Kette die Höhe zu halten, kann man die größten Stärken der Fürther neutralisieren – und sich voll und ganz den gegnerischen Schwächen widmen.