Bader lobt realistischeren Kurs beim FCN

Der frühere Sportvorstand erkennt Parallelen zu seiner Amtszeit – und erklärt die veränderte Erwartungshaltung.

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Foto: DO IT NOW Media / FC Kaiserslautern

Lob für den Nürnberger Kurs

Martin Bader sieht den 1. FC Nürnberg heute auf einem realistischeren Kurs als noch zu Zeiten seiner Verantwortung – und erkennt dennoch Parallelen zu früher. „Natürlich intensiv“ verfolgt der 58-Jährige die Entwicklung des FCN weiterhin, wie er im Podcast Football Finance erklärt. Auch privat bestehen noch Verbindungen: Seine Tochter lebt in Nürnberg, zu früheren Weggefährten aus seiner Amtszeit (2004–2015) hat er weiterhin Kontakt. „Das ist logischerweise mein Verein, mit dem ich auch die größten Erfolge feiern durfte.“

Parallelen zu seiner Amtszeit

Bader blickt positiv auf seine Zeit beim Club zurück – auch, weil angestoßene Entwicklungen aus seiner Sicht bis heute nachwirken. „Das war eigentlich die schönste Zeit, da man beim Club etwas aufgebaut hat, was ich zumindest immer noch so wahrnehme.“ Als Beispiel nennt er die infrastrukturelle Modernisierung rund um die Geschäftsstelle.

Auch sportlich erkennt er Gemeinsamkeiten. Sowohl damals als auch heute habe man stark auf junge Spieler und Leihgeschäfte gesetzt. „Das ist ein Stück weit aus verschiedenen Gründen auch unser Geschäftsmodell gewesen.“ Der strategische Ansatz sei also kein neuer.

Verändertes Anspruchsniveau

Einen klaren Unterschied macht Bader jedoch bei der Erwartungshaltung aus. „In der Zeit, zu der ich verantwortlich war, war unsere – aber auch die von außen – Erwartung, alles zu versuchen, in die erste Bundesliga zu kommen.“

Heute nimmt er einen nüchterneren Umgang mit dem Thema Aufstieg wahr – und bewertet das positiv. „Aktuell hat man den Eindruck, dass man einen realistischen Blick darauf hat, nicht jedes Jahr um den Aufstieg mitspielen zu müssen, sondern sich darauf vorzubereiten und die Voraussetzungen zu schaffen, dass es irgendwann wieder passiert.“ Der Fokus liege stärker auf der Ausbildung junger Spieler und der Entwicklung einer attraktiven Spielweise.

Den grundsätzlichen Anspruch sieht Bader dennoch unverändert: „Ich bin sicher, dass Joti (Chatzialexiou) die gleichen Ziele hat wie seine Vorgänger – nämlich wieder in die Bundesliga zurückzukehren.“

Schwierigere Voraussetzungen

Dass der FCN zuletzt meist im Mittelfeld der 2. Bundesliga landete, führt Bader auch auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen zurück. „Ich glaube schon, dass die Schere auseinandergegangen ist.“ Die Unterschiede zwischen erster und zweiter Liga seien deutlich größer geworden. „Jetzt aufzusteigen und die Klasse zu halten, ist schon eine große Herausforderung.“

Trotzdem bleibt er überzeugt: „Grundsätzlich bringt der 1. FC Nürnberg das Potenzial mit, zu den Top 20 oder Top 25 in Deutschland zu gehören.“ Für Bader steht fest: Der Club verfügt weiterhin über die Substanz für die Bundesliga – nur der Weg dorthin ist heute ein anderer als früher.