Analyse Nürnberger U-17: Stars von übermorgen

So gut wie seit Pellegrino Matarazzo nicht mehr, eine interessante Spielidee und Stars von übermorgen. Vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs wirft der CLUBFOKUS einen Blick in die Nürnberger U-17.

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Winterpause vorbei – am Samstag startet die Nürnberger U-17 wieder in den Spielbetrieb und trifft auf die B-Junioren vom SSV Jahn Regensburg. Die Favoritenrolle liegt klar beim Club. Schließlich spielen die Nürnberger Junioren bis dato eine sehr starke Runde.

Auf den Spuren von Pellegrino Matarazzo

Wie gut die U-17 performt zeigt sich daran, dass der Club – wenn man die aufgrund von Corona abgebrochene Saison außen vor lässt – das letzte Mal 2012/2013 besser in der Tabelle abschnitt als der aktuelle 4. Tabellenplatz. Trainer damals war übrigens der jetzige Trainer der TSG Hoffenheim: Pellegrino Matarazzo. In den letzten Jahren liefen die Junioren regelmäßig zwischen Platz 7 und 9 ein. Dass man derzeit nicht noch weiter vorne steht, ist einer kleinen Schwächephase vor der Winterpause geschuldet. Lediglich eine der letzten vier Partien konnte die Elf von Michael These für sich entscheiden. Besonders schmerzhaft: die Heimniederlage gegen den Tabellenvorletzten Ingolstadt.

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Tabelle der U-17 Bundesliga Süd. Tabellenführer Eintracht Frankfurt hat zudem ein Spiel (18) mehr absolviert als Bayern, Stuttgart und der Club (je 17).

U-17 Coach: Michael These

Trainer der Nürnberger B-Jugend ist seit dieser Spielzeit Michael These. Der 29-Jährige ist seit 2015 beim FCN aktiv. These durchlief bis dato verschiedene Stationen im Nürnberger Nachwuchs. Vor der Saison übernahm er die Nachfolge von Daniel Paulus. Der These-Vorgänger wechselte nach 2 Jahren in Nürnberg zum FC Pirmasens und fungiert dort als Kaderplaner.

NLZ-Leiter Michael Wiesinger über die Entwicklung der Nürnberger Jugend.

Nürnberger Spielweise unter These: Intensität & Angriffspressing

Tatsächlich sind es nicht nur die starken Ergebnisse der Cluberer U-17, sondern auch eine spannende Spielidee, die es lohnt, einen Blick auf die Jugend zu werfen. Die B-Junioren des Clubs stehen vor allem für sehr viel Intensität in allen Spielphasen. Die These-Elf verteidigt extrem hoch und agiert in der Regel im Angriffspressing. Dadurch kommt der Club zu vielen Balleroberungen im Angriffsdrittel. Durch eine gute Positionierung im Raum fangen die FCN-Junioren zudem extrem viele Bälle frühzeitig in der gegnerischen Hälfte ab ab. In der Bundesliga Südwest gelingt es keinem Team häufiger, den gegnerischen Spielaufbau mit einer eigenen Defensivaktion zu unterbinden als dem Glubb.

Parallelen zu Cristian Fiél

Eine weiteres interessantes Detail ist die Rolle der Nürnberger Außenverteidiger im Spiel der U-17. Ähnlich wie bei der Fiél-Elf sind diese häufig in Spielaufbau und Übergangsspiel involviert. Beide ziehen zudem regelmäßig in das Zentrum, um das Spiel eng zu machen und für das im Cluberer Spiel extrem wichtige Gegenpressing nach Ballverlust kürzere Distanzen zu haben. Auch formationstechnisch gibt es durchaus Parallelen zum aktuellen Zweitligateam – unter These setzte man in der Hinrunde häufig auf ein 4-3-3, zuletzt kam auch die Raute vermehrt zum Einsatz. Wie üblich im modernen Fußball sind die genauen Raumbedetzungen aber ohnehin sehr variabel.

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Die Daten bestätigen das Bild: hohes Pressing, schnelles Spiel nach vorne und viel Torgefahr.

Nürnbergs schnelles Vertikalspiel

Im Spiel nach vorne setzt der FCN auf ein hohes Spieltempo. Torhüter Tim Lierhammer (den wir hier schon einmal genauer betrachteten) ist häufig Initiator des Spielaufbaus. Der Club ist sich auch nicht zu schade, den langen Ball als Stilmittel für das Überspielen gegnerischen Pressings zu wählen. Dabei findet man aber immer wieder einen guten Mix aus diesem und spielerischen Lösungen. Im letzten Drittel legt man das Spiel etwas breiter an und schlägt vor allem von der rechten Seite über Keller und Rutkowski viele Hereingaben in die Box. In der Folge sind die 9 erzielten Treffer per Kopf der beste Wert der Liga.

Michael Wiesinger über die bis dato sehr starke Saison der Elf von Michael These.

Abräumer, Spielgestalter und Torjäger

Eine so erfolgreiche Spielzeit wie die der Nürnberger U-17 ist natürlich auf das gesamte Team zurückzuführen. Dass man 4 Rückstände noch zu einem Sieg ummünzen konnte, unterstreicht die Moral und den Teamgeist der These-Elf. Dennoch lohnt sich natürlich auch ein detaillierter Blick auf einzelne Spieler.

Lion Haxhiu: spielstark und spielintelligenter Abräumer

Lion Haxhiu Nürnberg Analyse FCN

Haxhiu spielt in der Regel auf der zentralen Position vor der Viererkette und ist entscheidend für die Balance im Team. Der 16-jährige Deutsch-Kosovare besticht mit seiner hohen Spielintelligenz. Durch diese antizipiert er viele gegnerische Aktionen frühzeitig und ist obendrein sehr zweikampfstark. Zudem ist Haxhiu nicht nur im Spielaufbau wichtig – bereits 3x konnte er mit seinen Toren den Siegtreffer beisteuern.

Ben Hagmeyer: Allzweckwaffe im Mittelfeld

Ben Hagmeyer Nürnberg Analyse FCN

Die Qualitäten des Mittelfeldspielers könnten kaum vielseitiger sein. Hagmeyer kippt mit Ball gerne nach links ab und macht sich somit anspielbar. Er spielt viele Vertikalpässe und ist für das Nürnberger Übergangsspiel und die Chancenkreation von eminent wichtiger Bedeutung. Im letzten Drittel sucht Hagmeyer, der auch gegen den Ball viele Zweikämpfe führt, sehr häufig den Abschluss aus der Distanz. Durchaus erfolgreich, wie seine 6 Saisontore zeigen.

Pharell Kegni: Vielseitiger Torjäger

Pharell Kengi Nürnberg Analyse FCN

Stürmer Kegni ist mit 10 Treffern der beste Cluberer Torjäger. Aber nicht nur sein Abschluss macht ihn so wichtig für die Mannschaft von Trainer Michael These. Kegni weicht gerne in die Halbräume aus forciert mit seiner Dynamik von hier aus viele Tempoläufe mit Ball am Fuß. Neben seiner hohen Boxpräsenz ist er aber auch gegen den Ball sehr aktiv. Manchmal sogar zu aktiv – Kegni begeht schließlich die meisten Fouls der Glubberer. Und das als Stürmer. 

Nürnberger U-17: gute Entwicklung

Es lässt sich festhalten, dass die Cluberer B-Jugend in der Saison viel Spaß macht. Mit gutem Fußball, viel Leidenschaft und einem guten Teamgeist spielt man die stärkste Saison seit einigen Jahren. Zudem verfügt man über viele talentierte Spieler im Kader, die über kurz oder lang sicherlich auch für die Profis interessant werden. Zunächst gilt es aber erst einmal, auch in 2024 an die vorherigen starken Leistungen anzuknüpfen. 

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