Erste Entlassung beim FCN
Seine durchschnittliche Amtszeit als Trainer beträgt laut Transfermarkt.de nicht einmal neun Monate: Ex-FCN-Trainer Valérien Ismaël wurde im Laufe seiner Karriere bereits zum achten Mal entlassen. Im November 2014 wurde der heute 50-jährige Franzose erstmals freigestellt, nachdem er erst vier Monate zuvor das Traineramt beim 1. FC Nürnberg übernommen hatte, in 13 Zweitligaspielen jedoch nur 14 Punkte holte und zudem in der ersten Runde des DFB-Pokals scheiterte.
„Nach vielen Gesprächen sind wir zusammen mit dem Aufsichtsrat zu dem Entschluss gekommen, einen Trainerwechsel vorzunehmen, auch wenn uns diese Entscheidung alles andere als leicht gefallen ist“, verkündete der damalige Vorstand Martin Bader.
Reaktion auf magere Ausbeute
Über elf Jahre und neun Vereine später zog nun der englische Zweitligist Blackburn Rovers die Reißleine, nachdem Ismaël dort vor gut einem Jahr übernommen hatte. Laut offizieller Vereinsangaben sei die Trennung „einvernehmlich vereinbart“ worden. Die Rovers stehen aktuell auf dem drittletzten Rang der Championship, der den Abstieg bedeuten würde, und warten seit neun Pflichtspielen auf einen Sieg.
In seinen 43 Pflichtspielen bei den Engländern kam Ismaël auf elf Siege, elf Unentschieden und 21 Niederlagen – ein Punkteschnitt von 1,02 pro Partie.
Zwölf Vereine in 14 Jahren
Für Ismaël, der als aktiver Spieler unter anderem für den FC Bayern, Werder Bremen und Hannover 96 in der Bundesliga auflief, geht die Suche nach Beständigkeit damit weiter. In keiner seiner bislang zwölf Trainerstationen seit November 2011 kam der ehemalige Innenverteidiger über die Marke von 50 Pflichtspielen hinaus – darunter Engagements in Deutschland, Österreich, der Türkei und England.
Seine kürzeste Amtszeit erlebte er im Sommer 2018 in Griechenland bei Apollon Smyrnis, als er nach nur einem Pflichtspiel wieder ging: „Der Präsident drohte mir und versuchte, die Startelf sowie die Auswechslungen während des Spieltags zu beeinflussen“, erklärte Ismaël damals seinen Abgang.
„Trainerberuf wie ein Marathon“
Seine erfolgreichste Zeit verbrachte Ismaël jeweils bei der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg. In beiden Amtszeiten zwischen 2013 und 2014 sowie zwischen 2015 und 2016 erreichte er jeweils einen Punkteschnitt von 2,08. Seine letzte Station in Deutschland liegt inzwischen neun Jahre zurück: Nach 13 Pflichtspielen und einem Punkt pro Spiel musste er bei den Profis des VfL Wolfsburg seinen Posten räumen.
„Dieser Trainerberuf ist wie ein Marathon“, sagte Ismaël 2022 in einem Interview. Insofern bleibt abzuwarten, bei welchem Klub der ehemalige Trainer des 1. FC Nürnberg als Nächstes an den Start gehen wird.



