FCN: „Das ist halt Jens“ – Klose über Castrops Licht und Schatten

Castrop zeigt sich verbessert, doch Klose hat dennoch Kritikpunkte – vor allem sein Verhalten missfiel dem FCN-Trainer.

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Foto: DO IT NOW Media

Verbesserter Castrop

FCN-Mittelfeldspieler Jens Castrop war vor der Länderspielpause nicht in bester Verfassung. Gegen Regensburg meldete sich der 21-Jährige jedoch mit einer guten Leistung zurück. Er zeigte sich nicht nur ruhiger am Ball als zuletzt, sondern führte mit 27 Zweikämpfen auch die meisten aller FCN-Spieler. Zehn Balleroberungen waren zudem Castrops persönlicher Bestwert in diesem Kalenderjahr.

Verpasste Vorentscheidung

Nürnbergs Trainer Miroslav Klose hatte an den ersten 45 Minuten seiner Mannschaft gar nicht so viel auszusetzen. Der größte Kritikpunkt war, dass man aus den aussichtsreichen Umschaltsituationen nicht das zweite Tor nachlegte. „Wir haben zu lange gezögert mit der Entscheidung“, bemängelte Klose – und nannte dabei Jens Castrop sogar namentlich.

Gesperrter Castrop

In den Schlussminuten holte sich der U21-Nationalspieler dann auch noch seine zehnte gelbe Karte ab – obwohl Klose ihn unter anderem in der Halbzeit mehrfach darauf hingewiesen hatte, wie wichtig das Spiel gegen den HSV sei und dass er die Karte unbedingt vermeiden solle. Castrop verrät, dass er auch schon vor dem Derby besonders sensibilisiert wurde – damals noch mit Erfolg.

Auch wenn Nürnbergs Nummer 17 erklärt, dass er gegen den Jahn deshalb in dem ein oder anderen Zweikampf zurückgezogen habe, kann man ihm die Intensität keinesfalls absprechen. Umso unnötiger war es, dass er die Verwarnung am Ende wegen Meckerns erhielt. „Da ist es ein bisschen mit mir durchgegangen“, gesteht er im Nachhinein und war offensichtlich mit der Schiedsrichterleistung nicht zufrieden.

Kloses Kritik

Auch wenn Castrop längst nicht mehr so unnötige Karten wie früher kassiert, haben in dieser Saison lediglich Dzenis Burnic, Nicolai Rapp und Marcus Mathisen mit elf Verwarnungen mehr als der Nürnberger Box-to-Box-Spieler. Sein Trainer sieht das zwiegespalten:

Auf der einen Seite „positiv, weil er möchte.“ Zufrieden ist der 46-Jährige dennoch nicht: „Aber wir haben schon oft über sein Ventil gesprochen. Er muss sich zur Not woanders hinbeamen – ohne zu überdrehen.“ Das Fazit des Weltmeisters von 2014 lautet dementsprechend: „Das ist halt Jens.“

Lubach steht bereit

Das Fehlen Castrops ist zwar ärgerlich, aber kein Beinbruch. Vor allem, da Rafael Lubach ihn schon mehrfach gut ersetzt hat und Klose schon vor Regensburg von einer „50:50-Entscheidung“ zwischen den beiden sprach. Dennoch ist die Gelbe Karte wegen Meckerns nicht gerade glücklich und clever. Castrop muss sich nächste Saison dann jedoch nicht mehr unter Miroslav Klose „woanders hinbeamen“, sondern unter Gladbachs Trainer Gerardo Seoane.