FCN: Tote Hose am Valznerweiher „stört gar nicht“

Länderspielpause: Zeit, um mit der gesamten Mannschaft intensiv im Training zu arbeiten – so allerdings nicht beim 1. FC Nürnberg.

1. FC Nürnberg Miroslav Klose FCN CLUBFOKUS Frankenderby
Foto: FCN

Viele FCN-Talente auf Reisen

Gewöhnlich bietet und bot die Länderspielperiode für Teams der 2. Bundesliga die Möglichkeit, intensiver an inhaltlichen Details zu arbeiten. Schließlich bleibt durch die einwöchige Spielpause mehr Zeit für Trainingsarbeit mit der gesamten Mannschaft – in der Theorie zumindest. In der Praxis sieht dies beim 1. FC Nürnberg allerdings anders aus. Gleich acht Spieler des Lizenzspielerkaders sind für ihre Nationalmannschaften nominiert worden und stehen damit Miroslav Klose vorerst nicht zur Verfügung.

Sicherlich auch ein Lohn der starken Arbeit, die der Club mit seinen jungen Talenten leistet. Denn bis auf Aserbaidschans A-Nationalspieler Mahir Emreli sind sieben der acht Akteure für ihre Jugendnationalmannschaften nominiert worden. Darunter auch einige Spieler, die zumindest zum erweiterten Stammpersonal von Klose zählen. Trotzdem sind diese Abwesenheiten kein Problem für den 46-Jährigen.

„Nein, stört gar nicht“, entgegnete der WM-Rekordtorschütze auf diese scheinbare Problematik. Stattdessen sehe er darin einen Anreiz für seine Youngster: „Ich weiß, dass das nochmal ein anderes Level ist. Wenn die Jungs das sehen, bekommen sie gewisse Ziele, um länger dort zu bleiben und vielleicht im Sommer schon auf Reisen zu gehen“, kann Klose sich als langjähriger ehemaliger Nationalspieler gut in die Spieler hineinversetzen.

Gleich 5 Cluberer für den DFB

Gleich fünf Nürnberger sind für den DFB unterwegs. In der U20 geht es für Tim Drexler und Rafael Lubach gegen Tschechien (21.03.) und Portugal (24.03.). Caspar Jander und Jens Castrop treffen mit der U21 auf die Slowakei (21.03.) und Spanien (25.03.), während für Winners Osawe in der U19 gegen Slowenien (19.03.), Finnland (22.03.) und Irland (25.03.) gleich drei Spiele auf dem Programm stehen.

Berkay Yilmaz ist erstmals für die türkische U21-Nationalmannschaft nominiert und trifft zweimal auf Ungarn (21.03. & 25.03.). Ebenso wie für Osawe stehen auch für Eryk Grzywacz und Polens U19 mit den Begegnungen gegen Georgien (19.03.), Montenegro (22.03.) und die Slowakei (25.03.) drei Partien an. Für Mahir Emrelis Aserbaidschan geht es gegen Haiti (22.03.) und Belarus (25.03.). Der für die griechische U21 nominierte Stefanos Tzimas bleibt aufgrund eines Magen-Darm-Infekts im Frankenland.

Mit Selbstvertrauen statt Trainingsarbeit

Ohne diese acht Akteure wird Klose nicht nur Großteile des Trainings, sondern auch ein internes Testspiel am kommenden Freitag absolvieren. Logischerweise werden einige Talente der Nachwuchsmannschaften den Kader auffüllen, wobei selbst von der U23 bspw. Clayton Irigoyen und Sofiane Ikene für Luxemburgs U21-Nationalmannschaft nominiert wurden.

Zwar sind die Trainingsbedingungen durch die vielen Abwesenheiten nicht optimal – schließlich kommen einige Spieler erst am Mittwoch vor dem nächsten Spiel gegen Regensburg mit Reisestrapazen im Gepäck zurück nach Nürnberg – jedoch zeigt es gleichzeitig, dass die Entwicklung vieler junger Spieler des FCN inzwischen auch international anerkannt wird. Mit dem Selbstvertrauen, sich „Nationalspieler“ nennen zu dürfen, dürften die acht Reisenden auch ohne eine trainingsintensive Länderspielpause bestens gerüstet für den Schlussspurt in der 2. Bundesliga an den Valznerweiher zurückkehren.