Sky-Moderator über FCN: „Da ist eigentlich deutlich mehr drin“

Vor allem der Aufsichtsrat bekommt kein gutes Feedback ab.

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Foto: DO IT NOW Media

Einladung von Hecking

„Das, was du sehr gerne hast und sehr stark liebst, da bist du noch viel kritischer“, berichtet Sky-Moderator Stefan Hempel im Podcast United Nürnberg über seine besondere Beziehung zum 1. FC Nürnberg. Dass er in der Berichterstattung rund um den FCN den Finger besonders in die Wunde legt, führte sogar dazu, dass ihn Dieter Hecking einst einlud und den Grund dafür wissen wollte.

„Da ist eigentlich deutlich mehr drin“, versteht Hempel nicht, warum der Club trotz seiner Historie seit Jahren kaum durch sportliche Erfolge für Schlagzeilen sorgen kann.

Hin- und hergerissen

Der 51-Jährige bewertet auch die aktuelle sportliche Situation kritisch. „Hin- und hergerissen“ ist er bezüglich Trainer Miroslav Klose. „Ein sehr, sehr netter Mensch“ sei der Weltmeister, der trotz seiner Vita extrem nahbar und bodenständig geblieben ist.

„Er ist jetzt nicht der große Motivationskünstler und nicht sonderlich eloquent. Ich kann mir schwer vorstellen, dass er vor der Mannschaft steht und die Jungs packt. Das muss ich ehrlich sagen“, sieht Hempel jedoch auch Defizite. Zumal seinen Aussagen zufolge mit dem Kader mehr möglich wäre als das, was der Trainer herausholt: „Das ist ja mit die beste Mannschaft der Liga.“

Im Umgang mit seinen Schützlingen glaubt der gebürtige Nürnberger, dass Klose sehr gut mit jungen Spielern kann. „Aber auch einige, die nicht so mit ihm können“, soll es auch unzufriedene Akteure geben.

Wertschätzung für Joti

Den Nürnberger Sportvorstand Joti Chatzialexiou schätzt Hempel sehr. Kritik hat er aber vor allem für die Vertragsverlängerung Kloses übrig. Als „unsäglich“ und „Katastrophe“ bezeichnet er die Kommunikation dahinter. Da der Verein – durch Chatzialexiou – erstmals im November dazu Stellung bezog, war das darauffolgende große Medieninteresse vorprogrammiert. Mit diesem sei man aber nicht gut umgegangen: „Das haben der Verein oder die handelnden Personen nicht verstanden. Am Anfang war es der Weihnachtsmann, dann die Silvesterüberraschung, irgendwann war es der Osterhase.“

„Ganz schwaches Gremium“

Besonders kritisch sieht der FCN-Anhänger den Nürnberger Aufsichtsrat: „Ich finde, der Aufsichtsrat ist beim Club ein ganz schwaches Gremium.“ Hempel bezieht sich dabei unter anderem auf die Trennung des ehemaligen Kaderplaners Olaf Rebbe, die mittlerweile gut ein Jahr zurückliegt.

„Wenn du das wirklich willst, dann musst du doch einen Plan B haben“, sah er den FCN damals „unvorbereitet“, da sich die Nachfolgeregelung mit Michael Bischof in der Folge noch Monate zog. Aus der Sicht des Moderators hätte sich der Aufsichtsrat hier vehementer einbringen sollen, das Gremium wirke aber – wie der gesamte Verein – „nicht immer professionell“.

Dennoch hofft der gebürtige Nürnberger auf bald mehr Erfolg – und freut sich jedes Mal, wenn er ein FCN-Spiel begleiten darf, da es für ihn eine „Herzensangelegenheit“ ist.