Enttäuschender Auftritt, schmelzender Vorsprung
Die Stimmung beim 1. FC Nürnberg war nach der 0:1-Heimniederlage gegen Düsseldorf so angespannt wie schon lange nicht mehr. Das konnte man schon allein daran erkennen, dass die Mannschaft Pfiffe von der sonst so geduldigen Nordkurve für den enttäuschenden Auftritt erntete. Völlig gerechtfertigt, wie Trainer Miroslav Klose fand: „Die Fans haben eine gute Reaktion gezeigt, sie haben auch ein Gespür.“
Statt sich mit einem Erfolg letzter Sorgen zu entledigen, scheint der FCN nun doch noch einmal in den Abstiegskampf rutschen zu können. Schließlich schrumpfte der Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz aufgrund des überraschenden Dreiers der SpVgg Greuther Fürth bei Hannover 96 auf nur noch vier Punkte zusammen. Der erste direkte Abstiegsplatz und der kommende Gegner Holstein Kiel ist ebenfalls nur noch fünf Punkte entfernt. Demzufolge sollten inzwischen die Alarmglocken am Valznerweiher angehen, nachdem es zwischenzeitlich nach einer ruhigen Saison aussah.
Justvan ruft Abstiegskampf aus
„Wenn ich in die Kabine gehe, dann muss jeder niedergeschlagen sein. Da will ich keinen, der irgendwie sagt: Es ist eh egal. Weil das ist es nicht“, wurde Spielmacher Julian Justvan nach der jüngsten Niederlage deutlich – und will nichts davon wissen, dass vielleicht der ein oder andere Mitspieler die Saison schon abgehakt haben könnte.
Stattdessen appelliert der 27-Jährige daran, dass angesichts von noch neun ausstehenden Spieltagen und des zusammengeschrumpften Vorsprungs wichtige Wochen bevorstehen: „Wir haben noch einige Spiele vor der Brust. Es sind fünf Punkte, es kann alles passieren.“ Aufgrund dieser nicht ungefährlichen Situation ruft Justvan vorerst den Abstiegskampf aus: „Uns muss bewusst werden – spätestens nach diesem Spiel –, dass wir nach unten gucken müssen.“
Nürnbergs Nummer zehn möchte nun den derzeitigen Vorsprung auf die Gefahrenzone mindestens halten oder im besten Fall vergrößern. Auch, weil er die Mannschaft des 1. FC Nürnberg eigentlich für zu gut einschätzt: „Es kann nicht sein, dass wir mit diesem Kader, mit dieser Qualität gegen den Abstieg kämpfen müssen.“
„Das Beste rausholen“
Mit diesem Bewusstsein müsse laut Justvan nicht nur die Woche vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Kiel angegangen werden: „Nicht nur erst ab dem Wochenende, sondern ab Tag eins im Training. Dass jeder sich reinhaut. Dass jeder sich der Situation bewusst wird.“ Insofern fordert der Linksfuß, dass man „die letzten Spiele zusammenreißen“ und „das Beste rausholen“ müsse.
Bleibt aus Nürnberger Sicht nur zu hoffen, dass auch seinen Mitspielern die Gefahr der aktuellen Lage mit vielen bevorstehenden Duellen mit Abstiegskandidaten bewusst ist – was gleichzeitig auch die Chance sein könnte, die aktuellen Sorgen zu beseitigen.



