Harmlose FCN-Offensive
Die Offensive bleibt weiterhin ein Problem beim 1. FC Nürnberg. Insbesondere bei der jüngsten 1:2-Niederlage bei Hertha BSC war man harmlos wie selten und gab letztlich nur magere fünf Torschüsse ab.
Nach dem furiosen 3:2-Sieg zum Rückrundenauftakt gegen die SV Elversberg schien mit Doppelpacker Piet Scobel Besserung in Sicht. Doch in fünf der sechs darauffolgenden Spiele gelang maximal ein Treffer – mit Ausnahme des 5:1-Heimerfolgs über den Karlsruher SC. Insgesamt stellt man mit 31 Toren nach 24 Spieltagen den fünftschwächsten Angriff der 2. Bundesliga.
So gut wie keine Stürmertore hinter Zoma
Hinter dem inzwischen zuverlässig treffenden Mohamed Ali Zoma mit neun Saisontreffern fehlt dem FCN ein Mittelstürmer, der konstant Tore liefert. Die Neuzugänge Adriano Grimaldi, Noah Maboulou, Mickael Biron sowie der inzwischen wieder abgewanderte Semir Telalovic und Artem Stepanov kommen kumuliert auf gerade einmal ein einziges Ligator – was mitverantwortlich für die im Ligavergleich dürftige Torausbeute sein dürfte.
Insofern können Joti Chatzialexious Transfers in diesem Mannschaftsteil kaum als gelungen angesehen werden.
Chatzialexious richtiger Riecher?
Dabei hatte der Sportvorstand bei einem bestimmten Spieler offenbar den richtigen Riecher. Johannes Eggestein, an dessen Diensten der 1. FC Nürnberg laut BILD interessiert gewesen sein soll und der mit seiner Spielstärke und Intensität gut gepasst hätte, brilliert inzwischen in der österreichischen Bundesliga.
Schließlich entschied sich der 27-Jährige damals für einen ablösefreien Wechsel vom FC St. Pauli zu Austria Wien. Dem Club wurden nur Außenseiterchancen auf einen Zuschlag zugerechnet.
In Österreich ist Eggestein nach 21 Spieltagen mit 16 direkten Torbeteiligungen sogar Top-Scorer der Bundesliga. „Ich bin nicht der klassische Neuner. Mein Spielertyp ist auf der Position in der Bundesliga nicht mehr allzu viel zu finden“, sagte er kürzlich im Sky-Austria-Podcast „Der Audiobeweis“. „Ich mag sehr gern als hängende Spitze spielen, Bälle fordern und das Spiel mit nach vorn tragen.“ Eine Rolle, die man beim 1. FC Nürnberg zwischenzeitlich versuchte, Rafael Lubach zu geben.
Suche nach Zoma-Partner
Insofern hätte auch rückblickend Johannes Eggestein mit seiner Spielweise und inzwischen auch Effizienz vor dem Tor (neun Saisontore) sehr gut zum 1. FC Nürnberg gepasst und womöglich das ein oder andere Offensivproblem gelöst.
So steht Miroslav Klose nun weiterhin vor der Aufgabe, einen passenden Partner für Tiefenläufer Zoma zu finden – Scobel schien jedenfalls zwischenzeitlich gut mit dem dynamischen Italiener zu harmonieren.



