Profi-Tor-Debüt für FCN-Leihgabe Hofmann
Dass der vom 1. FC Nürnberg zu Rot-Weiss Essen verliehene Jannik Hofmann in dieser Saison auf nicht einmal 50 Prozent der möglichen Spielminuten in der 3. Liga kommt, dürfte in erster Linie nicht mit seinen Leistungen zu tun haben. Mit Michael Kostka verfügt RWE über einen für die Liga starken Konkurrenten auf der rechten Abwehrseite. Insofern ist es durchaus positiv zu bewerten, dass die FCN-Leihgabe trotz zwischenzeitlicher Verletzung, Sperren und Formtief bereits auf immerhin 15 Einsätze kommt.
Umso mehr, weil sich Hofmann als rechter Schienenspieler in der Essener Fünferkette zunehmend stabilisierte. Am vergangenen Wochenende erzielte der 23-Jährige – diesmal aus einer Viererkette heraus – mit einem platzierten Schuss beim 3:2-Sieg gegen Nick Seidels Jahn Regensburg sogar sein allererstes Profi-Tor. „Ich habe lange darauf hingearbeitet, aber ich bin einfach nur glücklich, dass es endlich mal geklappt hat. Aber noch wichtiger sind die drei Punkte“, freute sich der gebürtige Bayreuther am Magenta-Mikrofon.
Hofmann mit starken Daten in der 3. Liga
Ohnehin steht Hofmann mittlerweile bei vier Scorerpunkten, die er mit drei weiteren Vorlagen allesamt in seinen letzten sechs Einsätzen sammelte. Wie weitere Performance-Daten zeigen, zählt der dynamische Rechtsfuß laut Wyscout zu den offensivstärksten Außenverteidigern der Liga. In puncto geführter Offensivzweikämpfe, Dribblings, Tempoläufen, Abschlüssen, Flanken sowie kreierten Großchancen gehört er pro 90 Minuten jeweils zu den Top-7 unter insgesamt 51 Spielern mit mindestens 800 Einsatzminuten auf seiner Position.
„Ich bin ein Trainer, der unheimlich gerne Eins-gegen-eins-Duelle auf dem Platz herstellen möchte und dafür ist er ein idealer Spieler“, lobte RWE-Trainer Uwe Koschinat bereits im September das Profil Hofmanns. Seine hohe Intensität spiegelt sich auch in den Defensivdaten wider, wonach er die meisten Defensivduelle, Grätschen und Fouls pro 90 Minuten unter den Drittliga-Außenverteidigern vorweist.
Rückkehr zum FCN?
Leistungen, die ihn möglicherweise zu einem Anwärter auf die Nürnberger Problemposition machen? Schließlich konnte der Club die rechte Abwehrseite in dieser Saison bislang noch nicht nachhaltig besetzen. Dagegen sprechen im technisch anspruchsvollen Kombinationsspiel des FCN seine Passwerte, die in puncto Präzision und Progression ligaweit eher zu den schwächeren auf seiner Position zählen – wenngleich diese von der Essener Spielweise mit Vertikalität und Risikofreude geprägt sind.
„Ein Jannik Hofmann in Topform kann RWE in den nächsten Wochen aber entscheidend weiterhelfen. Spielt er so wie gegen Regensburg, hat Hofmann das Potential zum Hoffnungsträger“, schreibt die WAZ. Sollte das Nürnberger Eigengewächs sein aktuelles Leistungsniveau über weite Teile der Restsaison bestätigen und mit dem aktuell Fünfplatzierten RWE (zwei Punkte Rückstand auf Rang eins) womöglich sogar den Aufstieg realisieren, stehen die Chancen nicht schlecht, in der kommenden 2. Bundesliga zu spielen – sei es als dann selbstbewusster Leihrückkehrer beim 1. FC Nürnberg oder weiterhin in Essen. Aktuell befindet sich Jannik Hofmann jedenfalls auf einem guten Weg.



