FCN in Paderborn gefordert: Duell der Gesperrten

Warum Kloses Mannschaft gegen den variablen SCP eine sehr komplette Leistung zeigen muss.

1. FC Nürnberg FCN News CLUBFOKUS SC Paderborn Analyse
Foto: DO IT NOW Media

Gemischte Serien

Wenn der 1. FC Nürnberg am Samstagmittag in Paderborn gastiert, lässt sich das Duell von zwei Seiten betrachten. Ein Aufstiegskandidat aus Nordrhein-Westfalen empfängt einen FCN, der in der Rückrunde mit ansprechenden Leistungen auf sich aufmerksam machte. Gleichzeitig verlor der SCP jedoch fünf der vergangenen acht Partien und büßte dadurch auch den Platz an der Tabellenspitze ein. Der Club ist derweil seit drei Auswärtsspielen sieglos und rangiert in der Auswärtstabelle auf dem vorletzten Platz.

Kompletter FCN gefragt

Die größte Paderborner Stärke liegt in der Flexibilität. Sowohl offensiv als auch defensiv verfügt man über verschiedene Facetten. Der spielerische Ansatz zeigt sich allein daran, dass der SCP die drittmeisten Pässe der Liga sowie die vierthöchsten Spielanteile verzeichnet. Im Spielaufbau ist Torhüter Dennis Seimen immer wieder der Ausgangspunkt.

Vor ihm rochiert Paderborn aus dem nominellen 3-4-2-1 heraus extrem viel und versucht so, die Zwischenräume freizuziehen. Gleichzeitig sucht man aber so früh wie möglich die Tiefe und den Weg in die gegnerische Box, weshalb der FCN gegen den Ball eine sehr komplette Leistung benötigen wird. Miroslav Klose kündigte bereits an, in manchen Phasen höher und in manchen Phasen zwangsläufig tiefer verteidigen zu müssen.

Variabler Gegner

Dass der SCP bereits 40 Expected Goals – wenngleich man davon nur 31 nutzen konnte – verzeichnet, liegt ebenfalls an dieser Variabilität. Schließlich erzielt man ligaweit die meisten Treffer aus der Distanz (5), per Kopf (10) und die zweitmeisten nach ruhenden Bällen (11). „Dass sie richtig gut Fußball spielen können“, warnt auch Klose. Zudem weiß der aktuelle Tabellenvierte auch im Spiel gegen den Ball zu überzeugen.

Oft presst die Mannschaft von Ralf Kettemann hoch, ist aber ebenso in der Lage, mit klaren Zuordnungen den eigenen Strafraum im tieferen Block zu schützen. Die zweitwenigsten zugelassenen Expected Goals der Liga – hinter Schalke – sprechen für sich. Der FCN wird somit zwangsläufig eine bessere Chancenverwertung als in den letzten Wochen benötigen, da die Anzahl an klaren Abschlusssituationen voraussichtlich nicht ganz so groß sein wird.

Gesperrter Trainer

Anders als im Hinspiel wird bei Paderborn allerdings nicht Kettemann auf der Bank Platz nehmen. Er ist nach Klose, der gegen Elversberg Gelb-Rot sah, der zweite Trainer der laufenden Zweitligasaison, der gesperrt fehlt. In der Vorwoche kassierte der 39-Jährige bei der 1:2-Niederlage in Düsseldorf seine vierte Gelbe Karte. „Es wird wichtig sein, dass wir einen guten Ball spielen“, hofft Klose auf einen fußballerisch überzeugenden Auftritt seiner Mannschaft – und erwartet ein „enges Spiel“.