Leihgabe vom FC Bayern
Nach Rabby Nzingoula kann der 1. FC Nürnberg den nächsten Winterneuzugang fürs Mittelfeld schon bald vermelden. Denn nach Informationen der Nürnberger Nachrichten wechselt das Talent vom FC Bayern München auf Leihbasis bis zum Saisonende zum neunfachen deutschen Meister.
Spielstarker Mittelfeldspieler
Anders als Nzingoula, der mit viel Intensität und Zweikampfstärke ein zusätzliches Element ins FCN-Mittelfeld bringt, passt Fernandez eher in die Kategorie „spielstark“. In der Jugend des deutschen Rekordmeisters lief der 19-jährige Spanier nahezu ausschließlich im zentralen Mittelfeld auf. „Javi kann sowohl als Sechser als auch als Box-to-Box-Spieler agieren. Er hat eine gute Technik, Passspiel und Physis“, beschrieb ihn Anfang 2024 sein damaliger U19-Teamkollege Jonathan Asp Jensen auf fcb.de.

Pressingresistent und kombinationsfreudig
Bitter für Fernandez: Seit dieser Einschätzung vor rund zwei Jahren kamen lediglich 20 weitere Einsätze in U19 und U23 hinzu. Sowohl eine Sprunggelenks- als auch eine Meniskusverletzung bremsten den spanischen Jugendnationalspieler lange aus. In diesen wenigen Einsätzen ließ sich das große Potenzial des 1,86 Meter großen Rechtsfußes dennoch erkennen. Fernandez präsentiert sich sehr ruhig am Ball und entsprechend pressingresistent. Er liebt es, mit seinen Mitspielern zu kombinieren, ist mit seinem „Spielen und Gehen“ ständig unterwegs und anspielbar, kann aber auch im Eins-gegen-eins den Ball nach vorne tragen.
Ähnlichkeit zu Finn Becker
Seine Wirkung entfaltet Fernandez weniger über Explosivität, sondern vielmehr über Spielintelligenz und Übersicht. Dadurch kann er von der Sechs über die Acht bis hin zur Zehn jede Rolle im Mittelfeld ausfüllen und seiner Mannschaft in nahezu jeder Spielphase einen Mehrwert liefern. Eigenschaften, die nicht ganz unähnlich zu denen von Finn Becker sind – was auch ein Blick auf die Daten bestätigt.

Was Fernandez’ Profil von Becker aber nochmals unterscheidet, ist, dass er allein schon aufgrund seiner Körpergröße etwas mehr Körperlichkeit mitbringt, häufiger für Torgefahr sorgt und zugleich aktiver in Zweikämpfe geht. Aufgrund dieses Gesamtpakets dürfte er sich in München auch den Spitznamen „Mini-Schweinsteiger“ eingehandelt haben.
„Top-Qualität“ und „Persönlichkeit“
Rein nach Profil und Talent scheint der FCN also einen äußerst spannenden Spieler hinzubekommen zu haben. Das würde vermutlich auch sein U23-Trainer Holger Seitz unterschreiben, der sich kürzlich in den „Campus Stories“ sehr lobend über Fernandez äußerte:
„Ein Spieler, den man als Trainer nur gern haben kann. Aus zweierlei Gründen: Zum einen natürlich, weil er für mich eine Top-Qualität auf dem Platz hat. Aber auch seine Persönlichkeit: Er ist in so jungen Jahren für mich schon ein Leader. Selbst in komplizierten Spielsituationen, wie es gegen Nürnberg der Fall war, fordert er die Bälle, coacht und versucht, das Spiel an sich zu reißen.“
Seitz bezog sich dabei auf Fernandez’ Comeback im Dezember bei der 0:3-Niederlage gegen die U23 des FCN in der Regionalliga Bayern, als er nach 294 Tagen Verletzungspause eingewechselt wurde und sofort einen guten Eindruck hinterließ. Daran soll der Spanier nun in der restlichen Saison der 2. Bundesliga beim 1. FC Nürnberg anknüpfen – in der Hoffnung, diesmal dauerhaft fit zu bleiben.



