FCN: Warum es für den Yilmaz-Ersatz nur eine Lösung gibt

Vier Optionen stehen bereit, doch nur eine passt wirklich zum Yilmaz-Profil.

1. FC Nürnberg FCN News Berkay Yilmaz CLUBFOKUS Analyse Darmstadt
Foto: DO IT NOW Media

Ohne Yilmaz

Am Freitagabend muss der 1. FC Nürnberg zum ersten Mal in dieser Saison auf Berkay Yilmaz verzichten. Lediglich beim Auswärtsspiel in Magdeburg wurde der FCN-Linksverteidiger in der Nachspielzeit ausgewechselt, ansonsten absolvierte er jede Partie über die volle Distanz.

Die Leihgabe aus Freiburg 1:1 zu ersetzen, wird schwierig bis unmöglich. Zu gut ist Yilmaz im Spiel nach vorne, der den Ball immer wieder nach vorne trägt und Drucksituationen auflösen kann. So stellt sich die Frage, wie Miroslav Klose ihn in Darmstadt ersetzen möchte. Optionen gibt es mehrere. Entschieden hat sich der Weltmeister von 2014 bereits, wollte aber vor dem Anpfiff keine weitere Auskunft dazu geben.

Kapitän

Eine Möglichkeit könnte sein, Spielführer Robin Knoche nach längerer Zeit wieder in die Startelf zu befördern – allerdings nicht als Linksverteidiger, sondern zentral. Das würde bedeuten, dass Luka Lochoshvili nach links rückt, was man bereits im Derby praktizierte. Damals agierte jedoch Mohamed Ali Zoma noch als linker Flügelspieler und auch Yilmaz, der als Achter auflief, kippte häufig nach außen. Zoma agierte zuletzt jedoch deutlich zentraler – und Yilmaz fehlt gelbgesperrt, was diese Option eher unwahrscheinlich macht.

Routinier

Die meiste Erfahrung als Linksverteidiger bringt Danilo Soares mit. Seit dem vierten Spieltag stand der Brasilianer jedoch nur ein einziges Mal im Kader – und gilt beim FCN ohnehin als Kandidat für einen Abgang. Auch sein Profil unterscheidet sich deutlich von dem Yilmaz’, sodass ein Startelfeinsatz eine große Überraschung wäre.

Fußverkehrt

Dass einer der beiden Rechtsverteidiger – Tim Drexler oder Tim Janisch – nach links rückt, ist ebenfalls eine Option, obwohl beide auf der linken Defensivseite in der 2. Bundesliga noch nicht aufliefen. Janisch wäre aufgrund seines Profils dafür wohl besser geeignet. Inwiefern er den zuletzt häufig bis zur Grundlinie durchbrechenden Yilmaz ersetzen könnte, bliebe jedoch abzuwarten – vor allem, da man fußverkehrt als Rechtsfuß eher die diagonale Lösung sucht.

Mutig

Die Lösung, die profiltechnisch am meisten Sinn ergeben würde, ist zweifelsfrei Eric Porstner. Ob das Eigengewächs schon so weit ist, dürfte das Trainerteam, das den Linksfuß täglich im Training sieht, am besten einschätzen können. „Jetzt muss nur noch das Spiel kommen, in dem wir ihm Minuten geben“, sagte Klose bereits im November. Die Gelegenheit könnte nun kaum besser sein.

Richtige Rolle

Gegen Elversberg positionierte sich Yilmaz sehr offensiv und besetzte phasenweise sogar die letzte Linie. Die Statik des Spiels ließe sich zwar verändern, da es zuletzt jedoch gut funktionierte, spricht vieles dafür, möglichst wenig zu ändern. Eine ähnlich offensive Ausrichtung spricht für Porstner, der auch bei der U23 viele Akzente im letzten Drittel setzte. Neben fünf Treffern in elf Einsätzen bereitete er zudem zwei weitere Tore vor. Vollstrecker war jeweils? Richtig: Piet Scobel. Der Freitagabend wäre ein guter Zeitpunkt für den nächsten Treffer dieser Kombination – dann allerdings in der 2. Bundesliga.