Spielentscheidender Elfmeterpfiff inklusive Klose-Platzverweis
Es war der große Aufreger beim ohnehin schon ereignisreichen 3:2-Heimsieg des 1. FC Nürnberg über die SV Elversberg. In der 82. Minute gab der Schiedsrichter nach einem diskutablen Halten von Berkay Yilmaz zum großen Unmut der Gastgeber beim Stand von 2:2 einen Strafstoß für die Saarländer. Insbesondere Miroslav Klose war mit dieser Entscheidung überhaupt nicht einverstanden, regte sich lautstark auf und flog nach zwei gelben Karten innerhalb weniger Sekunden mit der Ampelkarte vom Platz.
Wagner über Klose: „Clever gemacht“
Durch die Diskussionen zwischen dem Unparteiischen und dem FCN-Trainer vergingen letztlich mehr als dreieinhalb Minuten zwischen Pfiff und Ausführung des Elfmeters, den Clubtorhüter Jan Reichert parieren konnte. Der 18-jährige Otto Stange wurde mit seinem Fehlschuss damit zum tragischen Protagonisten auf Elversberger Seite.
„Ich nehme ihn mal in Schutz. Das war schon ein bisschen eklig“, sagte SVE-Trainer Vincent Wagner nach der Partie am Sky-Mikrofon zur spielentscheidenden Szene. „Aber das ist natürlich eklig, wenn du fünf Minuten wartest, bis du soweit bist“, monierte er die lange Zeit, die Stange auf die Freigabe des Strafstoßes warten musste.
Auf die Frage, ob er den Ärger seines Gegenübers über den Pfiff nachvollziehen könne, entgegnete Wagner: „Hat er doch clever gemacht. Dadurch ist der Elfmeter verschossen worden und dadurch hat seine Mannschaft das Spiel noch gewonnen.“
Absichtliche Verzögerung durch Klose?
Andeutungen, die Kalkül hinter Kloses Protesten vermuten lassen – mit dem Ziel, die Ausführung des Elfmeters zu beeinflussen? „Keine Ahnung“, antwortete Wagner auf Nachfrage, ob er Absicht bei den Handlungen des Weltmeisters von 2014 sehe.
Miroslav Klose selbst wies die Andeutungen Wagners, die ihm der Sky-Moderator anschließend vortrug, klar zurück: „Dann tut es mir leid, wenn er das denkt“, so der 47-Jährige. Und weiter: „Dass ich das verzögert habe, weil ich die Flasche weg [kicke]? Nein. Es ging nur um die Entscheidung, weil ich es dann nochmal im Fernsehen gesehen habe. Das ist und bleibt für mich zu wenig. Aber wenn ich jetzt daran Schuld war, dann tut es mir leid, dass ich den Spieler verunsichert habe.“
Viel Energie für FCN nach Elfmeter
Ob Absicht oder nicht: Die Gelb-Rote Karte des Trainers sowie der gehaltene Elfmeter entfachten daraufhin eine Energie im Stadion bei Fans und Spielern, die womöglich nicht ganz unbeteiligt daran gewesen sein könnte, dass am Ende noch der vielumjubelte Siegtreffer für den 1. FC Nürnberg in der Nachspielzeit fiel.



