„Für mich war es zu wenig“
Es war einer der größten Aufreger beim 3:2-Sieg des 1. FC Nürnberg gegen die SV Elversberg: Miroslav Klose flog in der 84. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Der Trainer zeigte sich alles andere als einverstanden damit, dass ein kurzes Halten von Berkay Yilmaz mit einem Strafstoß für die Gäste geahndet wurde – einen Elfmeter, den Club-Torhüter Jan Reichert parierte. Auf seine lautstarken Einwände folgten schließlich zwei Gelbe Karten innerhalb weniger Sekunden.
„Für mich war es zu wenig“, sagte der 47-Jährige nach der Partie über das vermeintliche Foul. Mit dieser Entscheidung habe der Schiedsrichter aus seiner Sicht die zuvor großzügige Linie verlassen: „Dann so ein Elfmeterpfiff bei 2:2 – da müssen wir der Linie treu bleiben.“
Für Gräfe Elfmeter zu hart
In eine ähnliche Richtung argumentiert auch Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe, der die Szene für die BILD bewertete: „Für mich war dieser Elfmeter zu hart“, so der 52-Jährige. Gräfe erkannte vor dem Halten von Yilmaz zudem noch ein Halten des Angreifers: „Wenn man nur die zweite Aktion sieht, dann ist die für sich gesehen vielleicht okay. Deshalb war es auch nichts für den Videobeweis. Aber man verpasst halt die erste Aktion.“
Gräfe lobt Schiedsrichter
Unabhängig davon lobte Gräfe jedoch das Auftreten des Unparteiischen während dieser Situation: „Der Schiedsrichter hat das wiederum sehr gut gemacht mit seinen jungen Jahren“, sagt er über Konrad Oldhafer. „Er ging ruhig und sachlich hin und erklärte es ihm“, ordnet Gräfe die erste Gelbe Karte ein. Dass Klose anschließend nicht einlenkte, machte den Platzverweis aus seiner Sicht nachvollziehbar: „Das war in Summe auch zurecht. Das weiß Klose auch. Wenn man schon Gelb hat, kann man sich als Trainer nicht so verhalten.“
Klose und Justvan zeigen Verständnis
Dass er nach seinem „Flaschenkick“ schließlich die Ampelkarte sah, ordnete Klose später selbst als „zurecht geflogen“ ein. So wütend wie in dieser Szene habe Julian Justvan seinen Trainer allerdings noch nie erlebt: „So wie heute nicht“, entgegnete der Spielmacher nach der Partie auf Nachfrage, vertraut aber auf die Einschätzung seines Trainers zum Elfmeterpfiff: „Ich glaube, Fußballverständnis hat er.“
Wichtiger Rückrundenstart
Gerade mit Blick auf den so wichtigen Jahresstart sei der emotionale Ausbruch nachvollziehbar gewesen: „Für ihn war es auch wichtig, nach dem Hinrundenstart in die Rückrunde besser zu starten. Da sind viele Emotionen dabei. Egal, ob er früher auf dem Platz stand oder jetzt auf der Trainerbank sitzt – er ist immer zu 100 Prozent dabei. Das hat man heute gesehen. Dann darf auch er mal ein bisschen lauter werden“, nimmt Justvan seinen Trainer in Schutz.



