Gute Ansätze, wenig Torgefahr
Obwohl man nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft war, verlor der 1. FC Nürnberg mit 0:1 beim Tabellenführer Schalke 04. Während die Club-Defensive bis auf das spielentscheidende Gegentor in der 52. Minute nur wenig zuließ, hakte das Spiel der Klose-Elf vor allem auf dem Weg in die Offensive.
Zum ersten Mal seit über zehn Jahren erfolgte laut Wyscout der erste fränkische Abschluss in einem Ligaspiel erst nach mehr als 60 Minuten. Über 90 Minuten kam der Club zudem zum fünften Mal in den letzten sechs Spielen nicht auf einen Expected-Goals-Wert von mindestens eins.
Exemplarischer Grimaldi
Exemplarisch für die harmlose Offensive stand Adriano Grimaldis Auftritt in Gelsenkirchen. An und für sich machte der 34-Jährige keine schlechte Partie, bot teilweise gute Laufwege an, arbeitete fleißig nach hinten und absolvierte letztlich die meisten Sprints aller FCN-Akteure. Einzig ein Torabschluss blieb dem Stürmer über die gesamte Partie verwehrt. Gründe dafür konnte der Neuzugang aus Paderborn am Sportschau-Mikrofon zunächst selbst nicht benennen: „Wenn ich das wüsste, hätte ich es geändert.“
Schlechter Schalker Platz
Was dem Routinier nach seiner Sicht einer ordentlichen ersten Halbzeit und dem frühen Gegentor nach der Pause auffiel: „Gefühlt hatten wir zu viele einfache Ballverluste.“ Tatsächlich waren es gegen aggressiv spielende Schalker so viele Ballverluste wie noch in keinem Saisonspiel zuvor. Entsprechend niedrig fiel auch die Passpräzision des FCN in der gegnerischen Hälfte aus – ebenfalls ein Negativwert in dieser Spielzeit. Folglich resultierten daraus auch so wenige Abschlüsse wie noch nie zuvor in dieser Saison. Zu häufig versandeten Nürnberger Angriffe an schlechtem Timing, falschen Entscheidungen oder ungenauer Ausführung.
Als Erklärung für die hohe Fehleranfälligkeit führte Grimaldi auch das Geläuf in der Veltins-Arena an: „Ich denke, dass das wegen des Platzes war. Weil der Platz war einfach echt nicht gut.“ Als Ausrede für die nahezu nicht vorhandene Torgefahr wollte der 1,88 Meter große Zielspieler dies jedoch nicht gelten lassen: „Das ist nun mal so in dieser Jahreszeit. Da muss man sich drauf einstellen und einen einfachen Ball spielen und nicht die schwierigen Dinge machen.“
FCN muss punkten
Mit Blick auf den Hinrundenabschluss stellt Grimaldi fest: „Kann immer besser sein.“ Auch wenn man sich nach einem schwierigen Saisonstart stabilisiert habe, habe man mit nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen „ein paar Punkte liegen lassen“. Zwar wolle er dem nicht zu lange nachtrauern und „von Spiel zu Spiel denken“, weiß aber gleichzeitig auch: „Wir müssen unsere Punkte und Siege holen.“ Insofern dürfte es von großer Bedeutung sein, im letzten Hinrundenspiel gegen Hannover 96 zu punkten. Andernfalls könnten dem 1. FC Nürnberg unangenehme Weihnachtstage bevorstehen.



