Kein Gelb-Rot für Kurucay
Eigentlich ist Miroslav Klose keineswegs dafür bekannt, große Emotionen vor den TV-Kameras zu zeigen. Doch nach der knappen 0:1-Niederlage des 1. FC Nürnberg bei Schalke 04 konnte der Trainer seine Wut am Sky-Mikrofon nicht zurückhalten. Auslöser war ein taktisches Foul des bereits gelbverwarnten Schalkers Hasan Kurucay in der 69. Minute, das Schiedsrichter Christian Dingert nicht mit einer zweiten Verwarnung und somit einem Platzverweis ahndete.
Klose mit wenig Verständnis für den Schiedsrichter
Klose erklärte unmittelbar nach der Partie, wie der vierte Offizielle die fehlende zweite Verwarnung für Kurucay begründete: „Ich kriege als Antwort: Er hat gerade kurz davor für ein taktisches Foul Gelb gesehen“, kann der 47-Jährige diese Argumentation nicht nachvollziehen und schiebt nach: „Wenn ich das 2:0 schieße: zählt es dann nicht, weil wir schon vorher eins geschossen haben oder wie ist das?“
Daraufhin wird der Weltmeister von 2014 noch deutlicher: „Taktisches Foul muss taktisches Foul bleiben und der muss runter – Fakt“, selten sah man den FCN-Trainer so klar Stellung gegenüber einer Schiedsrichterleistung beziehen.
Auch wenn Klose nicht automatisch davon ausgeht, dass seine Mannschaft das Spiel noch gedreht hätte, sieht er dennoch einen klaren Nachteil: „Da dieses Fingerspitzengefühl zu haben. Weil das ist das Schalker Spiel: totale Wucht. Wenn du drei, vier taktische Fouls hintereinander machst – anders lernen sie es dann nicht“, hätte er sich ein konsequenteres Durchgreifen seitens des Schiedsrichterteams gewünscht
Zustimmung von Schalker Seite
Selbst von Seiten des FC Schalke 04 gab es Verständnis für die Nürnberger Aufregung. „Das kann ich schon ein Stück weit nachvollziehen. Ich glaube, dass wir da Glück gehabt haben. Da kann man durchaus Gelb geben. [..] Der Frust und die Enttäuschung der Nürnberger ist absolut berechtigt“, gab Schalkes Sportvorstand Frank Baumann zu.
Zustimmung, von der sich der 1. FC Nürnberg letztlich wenig kaufen kann. Denn am Ende stand die nächste Niederlage, womit man nur einen Punkt aus den letzten drei Partien holte und auf Rang elf stehen bleibt. Vor dem Hinrundenabschluss im Heimspiel gegen Hannover 96 stehen Klose und seine Mannschaft nun spürbar unter Druck, um nicht mit einem Negativlauf in die Winterpause zu gehen.



