Nürnberger Lauf vorbei
Ausgerechnet gegen Mannschaften am Tabellenende endete der Erfolgslauf des 1. FC Nürnberg. Nachdem man zuvor sechs Spiele in Folge ungeschlagen blieb, konnten sowohl der 1. FC Magdeburg als Tabellenschlusslicht als auch die SpVgg Greuther Fürth als damaliger Vorletzter vier Punkte gegen den Club sammeln. Auf die 14 Punkte aus sechs Spielen folgte gegen die beiden Kellerkinder nur ein weiterer – weshalb der FCN im Mittelfeld der Liga festhängt.
Ungünstiges Timing
Natürlich endet jede Serie irgendwann – und in dieser Liga ist ein langer Lauf ohnehin selten. Doch das Timing dieser Ergebnis- und Leistungsdelle könnte kaum ungünstiger sein. Einerseits fiel die Punkteausbeute zu Saisonbeginn derart dünn aus, dass die zuletzt ordentlichen 15 Zähler aus acht Spielen noch lange nicht reichen, um völlig sorglos den Blick nach unten verweigern zu können. Denn innerhalb einer Woche schrumpfte der Vorsprung auf den Tabellenletzten von elf auf sechs Punkte.
Taffer Spielplan
Andererseits verheißt der Blick auf den Spielplan wenig Gutes. In den kommenden vier Spielen trifft der FCN mit Schalke 04, Hannover 96, Elversberg und Darmstadt ausschließlich auf Teams aus der aktuellen Top-5. Doch was heißt das schon in dieser Liga? Schließlich betont Miroslav Klose immer wieder: „Jeder kann jeden schlagen.“ Die entscheidende Frage lautet: Gilt das auch für den Club?
Jeder kann jeden schlagen – außer der FCN?
Ein Blick in die Statistik liefert eine klare Tendenz. Schon in der Vorsaison tat sich der FCN äußerst schwer gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte: Aus 18 Duellen holte man lediglich drei Siege und vier Remis, bei elf Niederlagen. Und auch die Bilanz gegen die aktuelle Top-9 in dieser Saison sieht kaum besser aus. In sieben Spielen gab es nur einen Sieg – gegen den damaligen Tabellenletzten, jetzt Neunten, VfL Bochum. Hinzu kommen vier Niederlagen und zwei Unentschieden.
Horror-Bilanz unter Klose
Seit Miroslav Klose Trainer des neunmaligen deutschen Meisters ist, ergibt sich gegen die obere Tabellenhälfte ein ernüchterndes Gesamtbild: 25 Spiele – 4 Siege, 6 Remis, 15 Niederlagen. Das entspricht lediglich 18 Punkten, also 0,72 Punkten pro Spiel. Auf Basis dieser Horror-Bilanz ließe sich aus den nächsten vier Partien statistisch nur ein Ertrag von rund drei Punkten erwarten – was zwangsläufig bedeuten würde, sich zunächst im unteren Drittel der Tabelle einzunisten.
Kein Zufall oder Pech?
Natürlich sind das Vergangenheitswerte, die nichts festschreiben. Doch angesichts der Stichprobengröße spricht wenig dafür, dass die schwache Bilanz ausschließlich Zufall ist. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die Leistungen waren oft besser als die Ergebnisse. Laut eigener und gegnerischer Chancenqualität – und -Quantität – den Expected Goals – hätte der FCN aus diesen 25 Spielen rund 33 Punkte – also 15 (!) mehr – holen können. Das lässt sich sicher teilweise, aber nicht ausschließlich mit fehlendem Spielglück erklären.
Enges Spiel auf Schalke erwartet
Ob der Club diese Horror-Bilanz bereits am kommenden Wochenende beim Tabellenführer Schalke 04 aufbessern kann, wird nicht zuletzt vor dem Hintergrund der ausstehenden Vertragsverlängerung von Klose besonders spannend. Seine Chancen wird der Club trotz aller Vorzeichen höchstwahrscheinlich bekommen: Nur eines der sieben Spiele gegen die Top-9 endete mit mehr als einem Tor Unterschied. Auch auf Schalke dürfte also wieder ein enges Spiel warten – eines, in dem es darum geht, das Momentum im entscheidenden Moment auf die eigene Seite zu ziehen. Der Gegner scheint mit acht Siegen mit nur einem Tor Vorsprung ein Meister dieser Disziplin zu sein.



