FCN: Entlässt Fürth vor dem Derby den Trainer?

Die nächste Pleite, alarmierende Aussagen – der Erzrivale taumelt ins Frankenderby.

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Foto: DO IT NOW Media

Klare Favoritenrolle

Unabhängig vom Ausgang des Spiels zwischen dem 1. FC Nürnberg in Magdeburg ist die Favoritenrolle für das anstehende Frankenderby klar verteilt. Während der FCN zuletzt gute Ergebnisse einfahren konnte, verloren die Fürther am Samstagnachmittag erneut. Gegen den VfL Bochum setzte es eine 0:3-Niederlage. Schon nach 16 Minuten führten die Gäste in dieser Höhe.

Krise

Fürth steckt mit 13 Punkten tief im Abstiegskampf. In den vergangenen acht Partien holte man lediglich vier Zähler. „Das ist halt Wahnsinn. Da sind so viele Baustellen“, kritisiert Sky-Experte Torsten Mattuschka. Bereits siebenmal – und damit in jedem zweiten Spiel – kassierte das Kleeblatt mindestens drei Gegentore. Die mittlerweile 37 Gegentore überbot nach 14 Spielen in diesem Jahrtausend noch kein Zweitligist. „Die Anfangsphase war eine reine Katastrophe“, stellte auch Sportdirektor Stephan Fürstner am Sky-Mikrofon fest.

Kleine in der Kritik

Auch Trainer Thomas Kleine rückt massiv in die Kritik. „Wir müssen uns alle hinterfragen. Wir sind alle in der Verantwortung. Jeder muss hart mit sich ins Gericht gehen“, sagte Fürstner, der anmerkte, dass die „Argumente für jeden weniger werden“. Über Kleines Zukunft äußerte er sich nicht konkret, stattdessen wolle er die Niederlage „erst mal sacken lassen und analysieren“.

Was Kleine zum Verhängnis werden könnte, sind die sich wiederholenden Schwächen. Schon in der Vorwoche in Darmstadt verlor man wegen ruhender Bälle – und auch gegen Bochum führten zwei Standards zum 0:1 und 0:2. Laut Fürstner sei dies „die Leier, die wir seit Wochen predigen“. Noch deutlicher formulierte es Abwehrspieler Philipp Ziereis: „Es kann sowieso nicht mehr schlimmer werden.“

Wechsel möglich

In der vergangenen Saison zog Fürth nach dem Hinspiel personelle Konsequenzen. Nach dem 0:4 gegen Nürnberg wurden Trainer Alexander Zorniger und Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi freigestellt. Kleine selbst geht laut Sky zwar davon aus, dass er im Max-Morlock-Stadion noch auf der Bank sitzen wird. Die Aussagen Fürstners deuten jedoch an, dass die anstehende Analyse ergebnisoffen ist. „Derby ist Derby und das schreibt andere Gesetze. Wir fahren da hin, um zu gewinnen“, sagte Ziereis. Das Selbstvertrauen und die Form sprechen aber klar für den 1. FC Nürnberg, der versuchen wird, nach den beiden deutlichen Vorjahressiegen den nächsten Derbysieg einzufahren.