Erste Profistation als Cheftrainer
Als Spieler erlebte Tomas Galasek nicht nur beim 1. FC Nürnberg viel. Mit dem FCN wurde er Pokalsieger, mit Ajax Amsterdam gewann er zahlreiche nationale Titel und spielte Champions League. Auch zwei EM- und eine WM-Teilnahme verzeichnete er als Aktiver. Die Karriere nach der Karriere verlief jedoch eher stockend. Seine bislang einzige Cheftrainerstation war von 2015 bis 2016 bei der SpVgg Weiden – damals „nur“ in der Bayernliga Nord. Abgesehen davon war er unter anderem in der Nürnberger U17 oder bei der tschechischen Nationalmannschaft als Co-Trainer tätig.
Neuer Job
Nachdem Galasek seit 2022 nicht im Geschäft war, wurde er am 12. Oktober als Cheftrainer bei Banik Ostrava vorgestellt, für die er früher bereits als Assistent fungierte. Nachdem man in der Vorsaison noch den dritten Platz in der höchsten tschechischen Spielklasse erreicht hatte, verlief der Saisonstart nicht wie erhofft. Als der ehemalige Nürnberger übernahm, stand man auf dem elften Platz.
Fehlstart
Nach einigen Wochen im Amt konnte Galasek die Wende bisher nicht einleiten. Unter seiner Regie rutschte man stattdessen auf den 16. – und damit letzten – Platz ab. Der Ex-Cluberer verlor alle fünf bisherigen Ligaspiele, dabei gelang den Tschechen noch kein einziges Tor. Immerhin im Pokal setzte man sich durch und zog ins Viertelfinale ein. Dennoch prasselt viel Kritik auf Banik Ostrava – und damit auch auf den 52-Jährigen ein. „Ich koche innerlich, ich bin emotional aufgewühlt, wütend“, reagierte er nach der letzten Pleite sehr enttäuscht, wie das tschechische Nachrichtenportal iDNES.cz berichtet.
Enttäuschende Leistungen
Auch die Leistungen rechtfertigten kaum höhere Erwartungen. In vier der fünf Spiele war man dem Gegner auch nach Expected Goals unterlegen. „Wir müssen uns klarmachen, dass wir nicht einfach nur Fußball spielen, sondern ihn richtig spielen müssen. Das heißt, wir müssen die Zweikämpfe gewinnen“, kritisiert Galasek. Zudem bemängelt er die fehlende Durchschlagskraft. Auch bei der letzten Niederlage gegen Teplice enttäuschte man offensiv.
Zwar hatte man 65% Ballbesitz, gab aber lediglich einen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor ab: „Uns fehlt der Torhunger. Ohne ihn werden die Spiele ähnlich verlaufen. Wir können dann nur hoffen, dass wir ab und zu ohne Gegentor bleiben und einen Punkt holen. Ohne Torschüsse geht es nicht. Wir spielen zwar Spielzüge im Training, aber auch da fehlt es an Torschüssen.“
Preis eines Neulings
iDNES.cz bewertet Galaseks erste Wochen als „Horrorfilm“ und „Alptraum“. Dass es nicht von Beginn an gut laufen würde, hatte der 69-fache tschechische Nationalspieler zwar nicht erhofft, kann sich dies aber erklären: „Das ist der Preis für einen Neuling. Aber ich wusste, was für Spiele mich erwarten. Die Situation war vorhersehbar.“ Zugleich gibt er sich optimistisch, dass die ersten Erfolgserlebnisse bald kommen werden: „Ich bin ein Kämpfer, wir werden zurückschlagen.“ Am Samstag hat man im Heimspiel gegen Dukla Prag die Chance dazu – und könnte mit einem Erfolg die rote Laterne abgeben.



