Mittelfeldspieler da
Bereits unmittelbar nach dem Ende der abgelaufenen Spielzeit deklarierte Joti Chatzialexiou einen Castrop-Ersatz als eine der höchsten Prioritäten für den Transfersommer. Die Suche gestaltete sich offensichtlich deutlich schwieriger als erhofft, weshalb es Monate dauerte, bis man diese Baustelle nun lösen konnte. „Mit der Verpflichtung von Finn (Ole Becker) schließen wir die offene Position im Mittelfeld“, freut sich der FCN-Sportvorstand über den 25-Jährigen: „Er bringt viele Komponenten mit, die wir für die Position des Achters gesucht haben.“
Noch mehr möglich
Dass sich auch darüber hinaus auf der Zugangsseite noch etwas tun könnte, ist jedoch nicht ausgeschlossen. Wie sowohl die Nürnberger Nachrichten als auch die BILD berichten, überlegt der Club, auch in der Defensive nochmal tätig zu werden. Durch einen Blick auf den Kader und die verschiedenen Positionen lässt sich dies noch weiter eingrenzen.
Gut besetzt
Dass sich auf den Außenverteidigerpositionen noch etwas tut, ist äußerst unwahrscheinlich. Links hinten ist man mit Berkay Yilmaz und seinem Back-Up Danilo Soares gut aufgestellt. Solange hier auf der Abgangsseite nichts passiert, würde ein weiterer Neuzugang keinen Sinn ergeben – vor allem, da man mit Eric Porstner bereits ein vielversprechendes Talent in der Hinterhand hat. Rechts hinten sieht es ähnlich aus. Nachdem man mit dem Duo aus Tim Janisch und Justin von der Hitz nicht vollends zufrieden war, verstärkte man sich mit Leihspieler Henri Koudossou, der mittlerweile als gesetzt gilt. Dahinter steht Eigengewächs Janisch als Ersatz bereit, wodurch auch hier kein Bedarf besteht.
Viele Fragezeichen
Anders sieht es hingegen in der Innenverteidigung aus. Ohnehin scheinen hier noch viele Fragen offen. Zum Beispiel, ob man mit einer Dreier- oder Viererkette auflaufen wird. Aufgrund der Leistungen der letzten Spiele sollte die Tendenz zu Letzterem gehen. Dadurch würde aber auch die Zukunft von Kapitän Robin Knoche wieder in den Mittelpunkt rücken. Dass sich der Routinier auf der Bank wohlfühlen wird, ist kaum vorstellbar. Sollte der 33-Jährige den Verein noch verlassen, hätte man mit Luka Lochoshvili, Fabio Gruber, Tarek Buchmann und Ondrej Karafiat vier Spieler für zwei Positionen. Zu wenig? Nicht unbedingt.
Auf der anderen Seite sind fast alle Kandidaten aktuell mit einem kleinen Fragezeichen versehen. Fabio Gruber ist derzeit eigentlich nicht in der Verfassung, um unangefochtener Stammspieler zu sein. Tarek Buchmann ist ob seiner Verletzungshistorie ohnehin eine noch unbekannte Variable. Und Ondrej Karafiat kann derzeit nicht an die Form anknüpfen, die ihn in der vergangenen Spielzeit zwischenzeitlich zum Stammspieler machte. Insofern erscheint hier ein Neuzugang zumindest nicht ausgeschlossen.
Oder doch ein Sechser?
Da von einem „Defensivspieler“ die Rede ist, würde theoretisch auch ein Mann für das defensive Mittelfeld darunterfallen. Auch hier hängt die Beurteilung, ob dies nötig ist, von einigen Faktoren ab. Allen voran, in welcher Konstellation man im Mittelfeld auflaufen möchte. Würde man beispielsweise auf das 4-2-2-2 aus der zweiten Halbzeit in Münster setzen, würde die Konstellation vor der Abwehr höchstwahrscheinlich aus Finn Ole Becker und Caspar Jander bestehen. Anders wäre es bei einer Raute im Mittelfeld. Weder Becker noch Jander würden hier das entsprechende Profil mitbringen, um vor einer Viererkette als alleiniger Sechser auflaufen zu können.
Insofern ist theoretisch auch hier ein Neuzugang vorstellbar. Ideallösung wäre wohl ein Spieler, der sowohl unmittelbar vor der Abwehr als auch im Abwehrzentrum agieren könnte. Also ein Hybridspieler aus Innenverteidiger und Sechser. Dadurch hätte man beide Baustellen in einem geschlossen und könnte diesen Spieler je nach System und Herangehensweise einbinden. Solche Spieler gibt es bekanntlich am Markt eher selten. Ein Neuzugang für die Defensive erscheint aber insgesamt durchaus noch denkbar – und passend.