FCN: Baack statt Jander?

Mit Ballsicherheit und Übersicht bringt der Neuzugang Argumente für die Sechs – doch reicht das für die 2. Bundesliga?

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Foto: FCN

Baacks Position

Als der 1. FC Nürnberg Tom Baack aus Verl verpflichtete, dachten manche, der 26-Jährige könnte als Castrop-Ersatz fungieren. „Mein Job ist es, der Mannschaft zu helfen – egal wo“, gibt sich Baack diesbezüglich via fcn.de offen. Aber auch er selbst sieht sich lieber woanders: „Am liebsten spiele ich auf der Sechs. Da fühle ich mich einfach am wohlsten.“ Das dürfte auch beim Club die Rolle sein, in der man ihn sieht.

Passende Stärken

Für die Position im defensiven Mittelfeld bringt Baack durchaus Qualitäten mit. Einige davon konnte man auch im Testspiel gegen Schweinfurt erkennen. Der gebürtige Essener agiert spielintelligent und positioniert sich häufig anspielbar in Räumen, die es ihm ermöglichen, schwer pressbar zu sein und das Spiel zu beschleunigen. Es ist kein Zufall, dass er in der abgelaufenen Drittligasaison der Mittelfeldspieler mit den zweitmeisten gespielten Pässen war (59 pro 90 Minuten) – nur sein Teamkollege Marcel Benger (60) lag knapp vor ihm.

Baacks Passpräzision (86 %) war dabei sogar etwas besser – ein Beleg für seine zweite Stärke: Der Neu-Nürnberger ist ruhig am Ball und in der Lage, mit dem ersten Kontakt bereits eine Lösung in Form einer schnellen Spielfortsetzung zu finden.

Anderes Niveau

Beim ersten echten Härtetest gegen Schweinfurt streute Baack jedoch auch den ein oder anderen Ballverlust zu viel ein – Fehler, die in der 2. Bundesliga nicht passieren sollten. Auffällig war zudem, dass der achtfache U20-Nationalspieler oft alleine vor den Innenverteidigern agierte.

Während Jens Castrop in der Vorsaison situativ häufiger neben Caspar Jander rückte, interpretierte Rafael Lubach diese Rolle gegen Schweinfurt anders und suchte oft die Tiefe hinter der gegnerischen Abwehr. Dadurch lag viel Verantwortung im Spielaufbau auf Baacks Schultern. Auch gegen den Ball war er im Zentrum häufig auf sich allein gestellt und musste entsprechend große Lücken schließen.

Freier Platz

Mit dem voraussichtlichen Abgang von Caspar Jander wird beim FCN ein Platz im defensiven Mittelfeld frei. Der Club wird sich auf dieser Position zwar noch verstärken wollen. Bis dahin hat Baack jedoch die Chance, Pluspunkte zu sammeln – und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, bevor sich ein möglicher Neuzugang an die Nürnberger Abläufe gewöhnen muss. Auch Miroslav Klose wird genau hinschauen, inwieweit Baack die Rolle bereits ausfüllen kann.

Falls nicht, hat der 1. FC Nürnberg mit dem 1,86 Meter großen Mittelfeldspieler immerhin einen Neuzugang gewonnen, der die Flick-Rolle kostengünstiger und profiltechnisch passender ausfüllen könnte – sofern man es schafft, den Vize-Kapitän der Vorsaison abzugeben.