Neue Besetzung
Rafael Lubach halblinks und Finn Ole Becker halbrechts – an dieser Konstellation im zentralen Mittelfeld gab es beim 1. FC Nürnberg in der Hinrunde nichts zu rütteln. Seit einigen Wochen und Monaten hat sich die Situation beim FCN jedoch verändert. Die Anforderungen an die Achterpositionen haben sich beim Club 2026 erheblich gewandelt.
Da sich zugleich Tom Baack mittlerweile deutlich besser an die 2. Bundesliga angepasst hat und man im Winter Rabby Nzingoula dazuholte, haben sich die Spielzeiten von Becker und Lubach seitdem drastisch reduziert. Becker saß zuletzt dreimal in Folge auf der Bank – und auch bei Lubach reichte es in zwei seiner drei vergangenen Einsätze nur für die Jokerrolle.
Nachvollziehbar?
Miroslav Klose betont, dass die Personalauswahl auch immer vom jeweiligen Matchplan abhänge. Dennoch lässt sich aus den letzten Wochen ein klarer Trend ableiten, welche Spielertypen der 47-Jährige bevorzugt. Zwar sind weder Becker noch Lubach aktuell in der Form vergangener Wochen. Zugleich priorisiert man beim FCN derzeit Physis, Intensität, Tiefenläufe und eine hohe Workrate in allen Spielphasen auf den Achterpositionen.
Mehr möglich
Das bringt dem Nürnberger Spiel zweifelsfrei Vorteile, ist aber auch nicht frei von Nachteilen. Dass man zuletzt in Braunschweig fußballerisch vieles vermissen ließ, hing indirekt auch mit Nzingoula und Baack sowie deren Passquoten von 56% bzw. 61% zusammen. Was den Franken aktuell guttun würde, ist eine zusätzliche spielstarke Komponente im Mittelfeld, ohne die gewünschten physischen Eigenschaften zu verlieren.
Chance für Férnandez?
So könnte entweder Baack oder Nzingoula weichen. Ob dann Becker oder Lubach von Beginn an auflaufen dürften, bleibt abzuwarten. Betrachtet man rein das Profil, wäre vor allem Javier Férnandez derjenige, der in das System passen könnte.
Schließlich gilt der 19-Jährige nicht nur als extrem talentierter Fußballer, der auch eine gewisse Aggressivität mitbringt. Mit seiner Körpergröße von 1,86 Metern bringt er auch die physische Komponente mit, die man seit der Rückrunde so sehr schätzt.
Viele Optionen
An Optionen auf diesen Positionen mangelt es dem Club jedenfalls nicht – ganz im Gegenteil. Lubach, Becker und Férnandez auf der Bank zu haben, ist ein Luxus. Ob jedoch alle mit dieser Rolle zufrieden sind, ist eine andere Frage.
Vielleicht setzt Klose gegen Dynamo Dresden ja auch auf ein anderes Profil – hin zu mehr fußballerischer Qualität in engen Räumen. Die Spieler dafür hätte man in jedem Fall. Ob diese in Zukunft noch gewünscht sind, bleibt abzuwarten. „Wir wollen ein bisschen mehr Zweitliga-Fußball spielen können, wir brauchen mehr Energie“, kündigte FCN-Sportvorstand Joti Chatzialexiou bereits gegenüber den Nürnberger Nachrichten an.


