Guter Start
Sowohl der 1. FC Nürnberg als auch die SpVgg Greuther Fürth dürfen mit ihrem ersten Saisonspiel zufrieden sein. Der FCN setzte sich zu Hause mit 3:0 gegen Dynamo Dresden durch, das Kleeblatt nahm auswärts beim Bundesliga-Absteiger St. Pauli ein 1:1 mit zurück ins Frankenland.
Der Club setzte damit ein erstes Ausrufezeichen und darf angesichts der vorhandenen Qualität durchaus ambitioniert auf die Spielzeit blicken. Die Fürther mussten hingegen unter anderem mit Noel Futkeu, Branimir Hrgota und zahlreichen Defensivspielern schmerzhafte Abgänge verzeichnen. Nach wie vor ist man auf der Suche nach Verstärkung – und gilt dennoch für viele als Kandidat für die unteren Tabellenplätze.
Absicherung entscheidend
Wovon für das Aufeinandertreffen am Samstag auszugehen ist: Der FCN wird mehr Ballbesitz verzeichnen. Fürth verteidigt unter Heiko Vogel im 4-4-2 und legt dabei viel Wert auf Kompaktheit im Block. Am Millerntor verbuchte man zuletzt 42 Prozent Ballbesitz. Erobert man den Ball, geht es jedoch blitzschnell in Richtung Offensive. Kapitän Felix Klaus, der im Sturm aufläuft, startet sofort in die Tiefe und wird gesucht. Eine gute Restverteidigung sowie ein schnell greifendes Gegenpressing werden für den Club nach Ballverlust somit essenziell sein.
Über Porstner und Janisch zum Erfolg?
Womit die Mannschaft von Miroslav Klose den Gegner durchaus knacken könnte, sind die Außenverteidiger. In der Vorwoche boten sich für St. Pauli durchaus einige Freiräume zwischen den Fürther Außenverteidigern und den Flügelspielern. Mit Steckpässen und Läufen in diese Räume ließe sich sicherlich der ein oder andere Durchbruch in Richtung Grundlinie umsetzen. Zumal die FCN-Außenverteidiger Eric Porstner und Tim Janisch dafür durchaus prädestiniert sind und ohnehin immer wieder mit nach vorne schieben sollen.
Ohne Druck auf Hellstern?
Beim FCN ist davon auszugehen, dass man erneut im Mann-gegen-Mann pressen wird. Das Fürther Spiel ist zwar sehr vertikal angelegt, dennoch versucht man zumeist, mit flachen Pässen nach vorne zu kommen. Dafür besetzt man gerne das Zentrum – unter anderem mit oftmals einrückenden Flügelspielern – mit viel Personal, um enge Passabstände herzustellen und Steil-Klatsch-Aktionen zu ermöglichen. „Das wird ein gefährlicher Gegner“, hat auch Klose einige gegnerische Stärken und Abläufe wahrgenommen.
Interessant ist zudem die Staffelung beim eigenen Abstoß. In der Vorwoche positionierten sich die beiden Innenverteidiger neben Torwart Florian Hellstern, während die restlichen Feldspieler weit nach vorne schoben. St. Pauli lief Hellstern, der vom VfB Stuttgart geliehen ist, immer wieder an. Dieser konnte sich daraufhin zumeist mit einem flachen und gut gespielten Pass befreien. Der Club hingegen ließ den gegnerischen Torwart zuletzt gewähren und setzte ihn nicht unter Druck. Ob Fürth dagegen mehr einfallen wird als der lange Ball des Torhüters, den Dresden vor allem in der ersten Halbzeit sehr oft wählte, wird interessant zu beobachten sein.
Enges Spiel
Im Allgemeinen ist ein enges und heiß umkämpftes Derby zu erwarten: „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Wir werden sehen, ob eine Mannschaft das Feld als Sieger verlassen darf. Ich hoffe natürlich, dass wir es sind“, blickt Klose auf Samstag. Dass der 48-Jährige, der bislang keines seiner vier Derbys als FCN-Trainer verlor, Änderungen in der Startelf vornehmen wird, ist hingegen unwahrscheinlich. Gut möglich also, dass es erneut die Elf aus der Vorwoche richten soll.


