1860 München erhält keine Lizenz für die 3. Liga
Das Katastrophenszenario ist Realität: Der TSV 1860 München muss zum zweiten Mal nach 2017 zwangsweise in die Regionalliga Bayern absteigen.
„Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA wird aufgrund eines nicht fristgerecht erbrachten Liquiditätsnachweises die erforderliche Zulassung für die 3. Liga durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht erhalten. Ursächlich dafür ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik und der mit ihm verbundenen Unternehmen“, heißt es auf der Vereinswebsite.
Bis Mittwoch um 17 Uhr hätte der Verein seine Liquidität nachweisen und eine Finanzierungslücke von 2,7 Millionen Euro schließen müssen. Investor Ismaik soll zuvor kurzfristig bestehende Darlehen gekündigt haben, mit denen das Defizit hätte ausgeglichen werden können.
„Wir werden nun all unsere Energie darauf verwenden, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern aufzustellen“, kündigte Geschäftsführer Manfred Paula an.
Neuanfang in der Regionalliga – mit Klose-Sohn gegen die FCN-U23?
Damit stehen die Sechziger vor einem erneuten Neuanfang. Laut BILD sollen nur acht Spielerverträge auch für die Regionalliga gültig sein. Ob Akteure wie Kevin Volland oder Florian Niederlechner sowie Trainer Markus Kauczinski zu halten sind, erscheint fraglich.
„Wahrscheinlich wäre, dass zahlreiche Spieler die Grünwalder Straße verlassen und die erfolgreiche U21 einen Großteil des neuen Gerüsts bilden müsste“, schreibt dieblaue24.com.
In der abgelaufenen Saison wurde die zweite Mannschaft von 1860 Meister der Bayernliga Süd – mit Top-Scorer Noah Klose. Der 21-jährige Sohn von Miroslav Klose kam laut FuPa auf elf Tore und 14 Vorlagen in 25 Einsätzen und sammelte damit starke 25 Scorerpunkte.
In der kommenden Saison könnte Noah Klose somit auf den Verein seines Vaters treffen – natürlich nicht auf die Profis, sondern auf die U23 des 1. FC Nürnberg, die in der abgelaufenen Spielzeit Meister der Regionalliga Bayern wurde, sich aber gegen einen Aufstieg entschied.
Ohnehin wird ein Duell mit der ersten Mannschaft des TSV 1860 München für den kleinen Club – wie für jeden anderen Regionalligisten – etwas Besonderes. Schließlich sorgten die Löwen-Fans bereits nach dem Zwangsabstieg 2017 mit ausverkauften Heimspielen und großen Auswärtskontingenten regelmäßig für Kulissen, wie sie die Regionalliga Bayern sonst kaum kennt.
Grundlage 2017 war eine andere
Inwieweit ein direkter Wiederaufstieg – wie in der Saison 2017/2018 – realistisch ist, bleibt abzuwarten. Schließlich waren die Voraussetzungen damals andere.
Zwar setzte 1860 auch beim Wiederaufbau vor neun Jahren auf zahlreiche Spieler aus der eigenen zweiten Mannschaft. Diese hatte allerdings bereits in der Vorsaison den zweiten Platz in der Regionalliga Bayern belegt und gehörte damit schon zu den Spitzenteams der Liga.
Die aktuelle U21 kommt hingegen als Meister der Bayernliga Süd nach oben und wäre in der Regionalliga zunächst eher mit einem Aufsteiger gleichzusetzen – wenngleich sich die Löwen – wie von Paula angekündigt – verstärken werden.
Wie es nun konkret mit dem TSV 1860 München – und vor allem Hasan Ismaik – weitergeht, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch schon jetzt: Der Zwangsabstieg der Löwen wird die Regionalliga Bayern in der kommenden Saison verändern – und womöglich ein indirektes Vater-Sohn-Duell ermöglichen.


