Zeigt die Liga bereits „Angst“ vor dem FCN? „Nürnberg spielt sehr guten Fußball“

Der 1. FC Nürnberg dominierte den KSC lange sehr deutlich und „kann auch als Vorbild dienen“.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse CLUBFOKUS Miroslav Klose
Foto: DO IT NOW Media

Selbstbewusster FCN nach Traumstart

16 von 18 möglichen Punkten – besser starteten laut Transfermarkt.de bislang nur fünf Mannschaften in eine Saison der 2. Bundesliga. Dazu gehört auch der derzeit noch punktverlustfreie Tabellenführer Hertha BSC. Dementsprechend dürfte das Selbstvertrauen beim 1. FC Nürnberg weiter wachsen.

„Wir stehen momentan zurecht da, wo wir stehen“, konstatierte Miroslav Klose nach dem jüngsten 1:0-Sieg beim Karlsruher SC selbstbewusst. Mittelfeldchef Adam Markhiyev ging bereits drei Spiele zuvor nach dem 4:1-Erfolg gegen Arminia Bielefeld einen Schritt weiter: „Ich glaube, die anderen Mannschaften haben jetzt ein bisschen Angst vor uns.“

Zeigen FCN-Gegner bereits „Angst“?

Dass der FCN bei seinen Gegnern mittlerweile diese „Angst“ oder zumindest großen Respekt auslöst, lässt insbesondere die äußerst dominante erste Halbzeit in Karlsruhe erahnen. Laut Wyscout verzeichnete der Club dort 77 Prozent Ballbesitz – eigener Ligahöchstwert seit Beginn der Datenerfassung 2015.

„Nürnberg spielt sehr guten Fußball. Vor allem in der ersten Hälfte haben sie uns das Leben sehr schwer gemacht. Wir waren gefühlt nur am Verteidigen und hatten mit Ball wenig Ideen“, musste KSC-Verteidiger Deniz Ofli am Sportschau-Mikrofon zugeben. Auch Trainer Maximilian Senft sah eine „sehr gute Leistung der Nürnberger“ und einen „verdienten Sieg“ gegen eine Mannschaft mit „Unterschiedsspielern“.

Pressingstarker KSC igelt sich gegen FCN ein

Überraschend war dennoch die Karlsruher Herangehensweise über gut eine Stunde der Partie – umso mehr vor heimischen Publikum. Schließlich führten die Badener vor dem Spiel in sämtlichen Pressing-Parametern der 2. Bundesliga, igelten sich gegen die Klose-Elf allerdings tief in der eigenen Hälfte ein. Eine Reaktion auf die große Qualität in der FCN-Offensive?

„Der Plan war, den Gegner hoch anzulaufen“, entgegnete Senft. Dass dies letztlich lange Zeit nicht gelang, erklärte der KSC-Trainer einerseits mit der hohen Qualität der fränkischen Sechser und andererseits mit eigenen Defiziten im Anlaufen. Zudem habe in der Trainingswoche der Fokus auf dem geordneten Verteidigen gelegen, worunter die anderen Spielphasen gelitten hätten – begründet mit den drei Gegentoren gegen Cottbus, aber sicherlich auch als Vorbereitung auf Zoma, Scobel & Co.

FCN „kann auch als Vorbild dienen“

Auch wenn es der KSC-Trainer nicht so vorgab, wirkte der Verlauf der Partie lange so, als sei der 1. FC Nürnberg mit seiner Qualität inzwischen in der Lage, seinen Gegnern einigen Respekt abzugewinnen – und sie damit womöglich zu einer zurückhaltenderen Herangehensweise zu bewegen.

„Die haben sich auch nicht nach Fehlpässen von ihren Überzeugungen abbringen lassen. Das kann auch als Vorbild für uns dienen, dass man die Überzeugungen durchzieht“, lobte Senft den selbstbewussten Auftritt des FCN.

Gleichzeitig zeigte die Schlussphase, dass der Club weit von einem Nimbus der Unbesiegbarkeit in dieser Liga entfernt ist – und dass man womöglich besser beraten ist, aktiver gegen den aktuellen Tabellenzweiten zu spielen. Nichtsdestotrotz scheint Markhiyevs Ansage, der ein oder andere Gegner könnte bereits etwas Angst vor dem FCN haben, nicht völlig aus der Luft gegriffen. Der Respekt vor dem Club ist nach diesem Traumstart jedenfalls spürbar gewachsen.