Wieder Last-Minute-Verkäufe beim FCN? „Das auszuschließen, kann sich fast keiner leisten“

Der 1. FC Nürnberg wirkt in diesem Sommer allerdings bereits frühzeitig gut aufgestellt und auf mögliche Abgänge vorbereitet.

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Foto: DO IT NOW Media

Jander-Abgang sorgte für Wirbel beim FCN

Es war ein Abgang, der beim 1. FC Nürnberg für viel Wirbel sorgte. Nach langem Warten wurde Caspar Jander im vergangenen Sommer kurz vor Ende der Transferperiode zum englischen Zweitligisten FC Southampton verkauft. Ein Angebot, das der FCN trotz des späten Zeitpunkts und der damit verbundenen kurzen Reaktionszeit nicht ausschlagen konnte.

Zwölf Millionen Euro sollen damals ins Frankenland geflossen sein – und eröffneten dem Club neue Möglichkeiten. Gleich vier Neuzugänge rund um Jander-Ersatz Adam Markhiyev wurden in den letzten beiden Tagen vor Transferschluss finalisiert.

Chatzialexiou kann späte Verkäufe nicht ausschließen

Dass es auch in diesem Sommer noch spät zu einem Verkauf eines Leistungsträgers kommen könnte, kann und will Joti Chatzialexiou nicht ausschließen.

„Ich sag in diesen Themen: Sag niemals nie“, blickt der Sportvorstand auf den vergangenen Sommer zurück, als das „hohe Angebot“ für Jander eintraf. „Wir hatten eine klare Vorstellung. Die Vorstellung wurde erfüllt. Das war am Ende der Transferperiode, dann haben wir den Transfer trotzdem getätigt. Wir haben uns auf den Punkt vorbereitet gehabt“, lobt Chatzialexiou in diesem Zusammenhang Jander-Ersatz Markhiyev.

Insofern stellt der 50-Jährige klar: „Das auszuschließen, kann sich fast keiner leisten.“

FCN diesmal frühzeitig vorbereitet

Anders als im vergangenen Sommer scheint der Club diesmal allerdings bereits frühzeitig auf mögliche Abgänge vorbereitet zu sein. Für die Verkäufe von Fabio Gruber und Luka Lochoshvili hatte man mit den Verpflichtungen von Fynn Otto, Alexios Kalogeropoulos sowie dem bereits im Winter geholten Styopa Mkrtchyan frühzeitig vorgesorgt.

Auch das Mittelfeld wirkt sowohl im Zentrum – für das sogar noch Rajmund Toth kommen soll – als auch auf den Flügeln breit aufgestellt und könnte einen möglichen Abgang zumindest personell auffangen. Im Tor stünde mit Robin Lisewski zudem bereits ein Nachfolger für Jan Reichert bereit.

Lediglich im Angriff, den der FCN immerhin schon mit Sigurd Haugen verstärkt hat, würde ein Verkauf von Mohamed Ali Zoma eine größere Lücke reißen, auf die wohl noch reagiert werden müsste. Die Schmerzgrenze soll hier bei 15 Millionen Euro liegen. Sollte tatsächlich ein Verein bereit sein, diese Summe zu bezahlen, wäre es für den Club allerdings von Vorteil, wenn dies nicht – wie im Fall Jander – erst Ende August geschieht.

Genügend Zeit für Klose?

Möglicherweise helfen zusätzliche Einnahmen – etwa durch die Weiterverkaufsbeteiligung beim Wechsel Nathaniel Browns zum FC Bayern – auch dabei, sich für einen möglichen Zoma-Abgang zusätzlich abzusichern und durch Neuzugänge vorzugreifen.

Abgesehen von zwei oder drei offenen Baustellen – etwa auf der linken Abwehrseite oder im Sturmzentrum – wirkt der 1. FC Nürnberg allerdings bereits Anfang Juli und damit mehr als einen Monat vor Saisonstart gut aufgestellt. Miroslav Klose bleibt dadurch nahezu die komplette Vorbereitung, um beispielsweise seine neu formierte Viererkette einzuspielen.

Umbruch keine Ausrede mehr

Einen besseren Saisonstart als im Vorjahr mit nur einem Punkt aus den ersten fünf Spieltagen erwartet man beim FCN ohnehin. Ausreden sollen diesmal nicht gelten. „Ich mache das nicht an den Personalien fest, das wäre zu billig“, sagt Chatzialexiou rückblickend auf den misslungenen Saisonstart.

Auch Aufsichtsratsmitglied Raphael Schäfer ordnete das Thema im Podcast United Nürnberg ähnlich ein: „Da wird teilweise glaube ich auch mehr drüber gesprochen oder es wird höher eingestuft als es eigentlich der Fall ist, weil alle Vereine haben einen gewissen Umbruch.“

Demzufolge liegt der Fokus nun ganz auf Miroslav Klose und seiner Mannschaft. In den kommenden Wochen gilt es, sich einzuspielen und dieses Mal einen gelungenen Start in die neue Saison hinzulegen.