Wie Manuel Neuer FCN-Torwart Jan Reichert voranbrachte

„Dieser Verein ist etwas sehr Besonderes“, schwärmt der Kapitän vom 1. FC Nürnberg.

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Foto: DO IT NOW Media

Richtige Entscheidung

Seit mittlerweile gut fünf Jahren läuft Jan Reichert für den 1. FC Nürnberg auf. Der Wechsel zum FCN, den er mittlerweile als Kapitän anführt, erfolgte vor allem, da er zuvor beim FC Schweinfurt nur wenige Einsätze im Herrenbereich verzeichnen durfte.

„Weil ich im Herrenbereich eben nicht wirklich viel Spielzeit bekommen habe, habe ich beschlossen, einen anderen Weg zu gehen“, erklärt er rückblickend im Interview mit der Main-Post. „Und das war die richtige Entscheidung für mich“, ist er auch im Nachhinein glücklich über seinen Schritt.

Besonders geprägt

Wovon der Rückhalt des Clubs noch immer schwärmt, ist die Vorbereitung mit dem DFB auf die Europameisterschaft 2024. „Das waren verrückte fünf Wochen, für die ich unglaublich dankbar bin“, erinnert er sich an die Vorbereitung auf das Turnier im eigenen Land zurück: „Es ist natürlich surreal, plötzlich mit solchen Weltklassespielern auf dem Trainingsplatz zu stehen. Aber ich hatte eine klare Aufgabe und denke, dass ich einen recht guten Eindruck hinterlassen habe. Das Feedback war positiv.“

„Das hat meiner Karriere schon einen Schub gegeben. Ich habe dort unglaublich viel gelernt“, waren die gemeinsamen Wochen mit Marc-André ter Stegen, Oliver Baumann und Manuel Neuer für ihn sehr lehrreich. Als Beispiel nennt er technische Feinheiten und vor allem die Kommunikation, durch die man früh Gefahrensituationen erkennen und entschärfen kann.

Vor allem das gemeinsame Training mit der damaligen Nummer 1 Deutschlands war für ihn etwas Besonderes: „Aber klar, Manuel Neuer war seit jungen Jahren mein Vorbild. Er hat das Torwartspiel revolutioniert, jeder Torhüter wollte spielen wie er. Also war es natürlich sehr besonders, mit ihm zusammen zu trainieren.“

Glücklich im Hier und Jetzt

Zwei Jahre später ist Reichert Spielführer beim FCN und steht mit seiner Mannschaft auf dem zweiten Tabellenplatz der 2. Bundesliga. „Dieser Verein ist etwas sehr Besonderes“, hebt er seine Verbindung zum Club hervor – und betont dabei auch den Faktor Fans: „Wenn du im Bus zum Heimspiel in Richtung Stadion fährst, merkst du, dass hier unfassbar viel Leidenschaft und Liebe für den Verein existiert.“

Entsprechend macht der Torhüter keinen Hehl daraus, dass er mit der aktuellen Situation sehr glücklich ist: „Ich bin mit 25 Jahren glücklich verheiratet, wir haben einen gemeinsamen Sohn und einen Hund und fühlen uns in Nürnberg derzeit sehr wohl. Dass das alles so kommen wird, habe ich nicht gedacht. Wir sind aktuell sehr glücklich hier – sowohl privat als auch sportlich.“

Aufgrund seiner starken Leistungen wird der gebürtige Schweinfurter sogar gefragt, ob die Zeit beim DFB 2024 Lust auf mehr gemacht hätte. „Natürlich träumt jeder Fußballer davon, zur Nationalmannschaft eingeladen zu werden. Ich auch“, gibt Reichert offen zu – bleibt bei seinen Ambitionen aber gleichzeitig bodenständig: „Aber ich bin auch ein Fan davon, auf dem Boden zu bleiben, dankbar zu sein und jeden Tag seinen Job zu machen. Es gibt in Deutschland eine Menge talentierter Torhüter.“