Im Fokus
Seitdem Nathaniel Brown vor zwei Jahren den 1. FC Nürnberg verließ, erhielt er nach und nach immer mehr Aufmerksamkeit. Der vorläufige Höhepunkt des 23-Jährigen ist sicherlich die aktuell stattfindende Weltmeisterschaft. Nicht nur, da er beim 7:1-Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft ein Tor erzielte und ein weiteres vorbereitete. Sondern auch, da er danach viel Lob von großen Persönlichkeiten aus dem Fußball erhielt.
„Es hat schon Spaß gemacht, ihm in der letzten Saison zuzusehen. Sollte Eintracht Frankfurt diesen Spieler abgeben, würde ich ihnen dringend raten, dass sie sich dafür auch richtig Geld geben lassen. Er ist ein richtig guter Spieler“, lobte ihn kein Geringerer als Jürgen Klopp bei MagentaTV angesichts des wohl bevorstehenden Wechsels zum FC Bayern, an dem der FCN bekanntermaßen durch eine Weiterverkaufsbeteiligung von 13 % entsprechend mitverdienen wird.
Eingerückte Rolle
Auch bei der DFB-Elf agiert Brown zwar nominell als Linksverteidiger, bewegt sich im eigenen Ballbesitz aber immer wieder in anderen Räumen. Mit Ball rückte er oftmals in den offensiven linken Halbraum ein – und verstand sich außergewöhnlich gut mit seinem Vordermann Florian Wirtz. Eine Rolle, die das FCN-Eigengewächs in Grundzügen noch aus seiner Zeit in Nürnberg kennen dürfte.
Parallelen zur FCN-Zeit
Brown wurde unter seinem damaligen Trainer Cristian Fiél nicht als klassischer Außenverteidiger eingesetzt, der dauerhaft die Linie hält. Stattdessen sollte er immer wieder ins Zentrum einrücken, Überzahlen schaffen und als Anspielstation im Übergangsspiel fungieren. Genau diese Flexibilität zeigte er nun auch gegen Curaçao, als er regelmäßig von dort aus das deutsche Offensivspiel unterstützte.
Freilich waren das Niveau, die Ausführung und auch die Art und Weise, wie die Franken damals spielten, unterschiedlich zur Nationalmannschaft. Und dennoch gab es neben der eingerückten Rolle einige Parallelen, die Brown in seiner Entwicklung begleiteten. Beispielsweise das häufige Spiel über den Dritten, auf das auch DFB-Trainer Julian Nagelsmann viel Wert legt.
Faktor Fiél
Ohnehin spielte Fiél in der Entwicklung Browns eine nicht unwesentliche Rolle. Unter keinem anderen Trainer lief der Linksfuß bislang öfter (57 Einsätze) auf. Der 46-Jährige war es auch, der die Nürnberger U23 coachte, als Brown in dieser sein Debüt im Herrenbereich feierte. Als der Noch-Frankfurter dann in der 2. Bundesliga debütierte, war Fiél Co-Trainer von Dieter Hecking. In der Durchbruchsaison 2023/24 des Nationalspielers war der spätere Hertha-Coach dann sogar Cheftrainer beim Club.
Die Rolle, die Brown aktuell unter Julian Nagelsmann ausfüllt, ist also keineswegs neu. Vielmehr erinnert sie in einigen Aspekten an Aufgaben, die er bereits unter Cristian Fiél beim 1. FC Nürnberg kennenlernen durfte. Dass ihm diese heute auf WM-Niveau zugutekommen, dürfte auch ein Verdienst seines ehemaligen Trainers sein.


