Warum Klose beim FCN noch einmal in die Stürmerrolle schlüpft – und dadurch das Verteidigen lehrt

Alexios Kalogeropoulos verrät Details aus dem Training des 1. FC Nürnberg.

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Foto: DO IT NOW Media

Klose schlüpft in alte Rolle beim FCN

Als ehemaliger WM-Rekordtorschütze und nach wie vor Rekordtorjäger der deutschen Nationalmannschaft blickt Miroslav Klose auf eine außergewöhnliche Karriere als Stürmer zurück, die inzwischen seit zehn Jahren der Vergangenheit angehört. Nichtsdestotrotz schlüpft der 48-Jährige auch heute noch regelmäßig in seine einstige Paraderolle – und zwar im Training des 1. FC Nürnberg. Allerdings nicht, um alte Zeiten aufleben zu lassen, sondern um seinen Abwehrspielern dabei zu helfen, ihr Defensivverhalten zu verbessern.

Kalogeropoulos erklärt Training mit Klose

Das verriet Innenverteidiger Alexios Kalogeropoulos in einem Interview mit dem griechischen Sportportal Proto Thema. „Er stellt sich vor mich und sagt: Stell dir vor, ich bin der Angreifer“, berichtet der 22-Jährige, der im Sommer aus Griechenland ins Frankenland wechselte. „Was erwartest du jetzt? Gehe ich in diese Richtung oder in die andere? Drehe ich mich? Lege ich den Ball ab? Was werde ich machen?“, skizziert der Grieche, mit welchen Fragen Klose ihn bei einer solchen Übung konfrontiert.

Eine Herangehensweise, die Kalogeropoulos dabei hilft, das Verhalten gegnerischer Angreifer besser einzuschätzen: „Das hat mir sehr geholfen. Ich verstehe, was mein Gegenspieler machen wird, bevor er es macht – anhand seiner Position und seiner Körperhaltung.“

Ein bemerkenswerter Einblick in Kloses Trainingsarbeit. Seine Erfahrung als ehemaliger Topstürmer hilft Kalogeropoulos offenbar dabei, die nächsten Aktionen seiner Gegenspieler frühzeitig zu erkennen. Der FCN-Trainer vermittelt seinem Innenverteidiger damit gewissermaßen die Perspektive eines Angreifers – und schult so dessen Antizipationsfähigkeit.

Kalogeropoulos als wichtige Stütze

Gerade Kalogeropoulos entwickelte sich im bisherigen Saisonverlauf zu einer immer wichtigeren Stütze in der Viererkette – woran offenbar auch Miroslav Klose seinen Anteil hat. Verbesserungsbedarf gibt es im kollektiven Abwehrverhalten allerdings weiterhin. Schließlich ließen in der 2. Bundesliga bislang nur fünf Teams eine höhere gegnerische Chancenqualität und -quantität zu, gemessen an den Expected Goals.

Dass der 1. FC Nürnberg dennoch mit zehn Gegentoren rund drei weniger kassierte, als anhand der gegnerischen Chancen zu erwarten gewesen wären, dürfte auch mit Spielern wie Alexios Kalogeropoulos zusammenhängen. Schließlich bekommt der Grieche dank seiner Antizipationsfähigkeit immer wieder ein Bein dazwischen: Ligaweit blockten bislang nur sechs Spieler mehr gegnerische Torschüsse.