Bereit
Der 1. FC Nürnberg scheint bereit für den Start in die 2. Bundesliga. Am Sonntag zum ersten Spieltag empfängt der FCN im heimischen Max-Morlock-Stadion die SG Dynamo Dresden. Beim Club verlief die Vorbereitung – und vor allem die letzten Testspiele – durchaus positiv. Dresden stieg erst 2024/25 auf und steckte in der Vorsaison bis zum Schluss im Abstiegskampf.
Andere Mannschaft
Dennoch erwartet den FCN mitnichten eine einfache Aufgabe. Dass Dynamo bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen musste, war vor allem der Hinrunde geschuldet. Mit lediglich 13 Punkten rangierte man zur Winterpause auf dem letzten Tabellenplatz. In der Rückrundentabelle holte sich die SGD hingegen den vierten Rang (vor Aufsteiger Elversberg) und stellte sogar die beste Abwehr (nur 19 Gegentore).
Die Mannschaft, auf die der FCN nun trifft, dürfte deutlich mehr mit den Dresdnern der Rückrunde zu tun haben. Schließlich schaffte man es sogar, die vier vorherigen Leihspieler Jonas Sterner, Thomas Keller, Robert Wagner und Ben Bobzien fest zu verpflichten und die Leistungsträger somit größtenteils zusammenzuhalten.
Gut eingestellt
Dass der Nürnberger Auftaktgegner mit Thomas Stamm zudem über einen guten Trainer verfügt, konnte man im Rückspiel der Vorsaison, das der FCN zuhause mit 0:2 verlor, sehen. Dresden war extrem gut auf die Abläufe und das Vorhaben des Clubs eingestellt. Wie gut die Franken nun selbst ihr Spiel durchbringen können, dürfte einer der wichtigsten Punkte für Sonntag sein.
Dass der Gegner einem ähnlich viele Räume wie beispielsweise Real Oviedo bei der Generalprobe bieten wird, ist nicht zu erwarten.
Vielseitig
Stattdessen gilt Dynamo durchaus als Mannschaft, die über mehrere Facetten in ihrem Spiel verfügt. Man verteidigt zum einen extrem ballorientiert und schiebt sehr stark auf eine Seite, sodass die Ballseite und das Zentrum kompakt geschlossen werden. Unter anderem auch deshalb spulte man 2025/26 sogar die meisten Kilometer (122,2 pro Spiel) der 2. Bundesliga ab. Da der FCN gerne versucht, von einer auf die andere Seite zu verlagern – unter anderem, um Mohamed Ali Zoma ins Dribbling zu bringen –, dürften hier für beide Teams Chance und Risiko zugleich liegen.
Abgesehen davon ist Dresden ein Team, das durchaus aktiv verteidigt und auch Fußball spielt. Oftmals sucht man den Weg über den Flügel nach vorne. Dass Flanken ein wichtiges Stilmittel sind, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass man in der Vorsaison ligaweit die meisten Hereingaben schlug. Mit verschiedenen Mustern am Flügel ist man diesbezüglich relativ variabel und hat mehrere Varianten in petto. So kann die Flanke beispielsweise mal direkt von der Grundlinie erfolgen oder nach einer Ablage im Rücken der herausschiebenden Abwehr landen.
Wie der FCN diese Räume verteidigen wird, dürfte ebenfalls ein ganz entscheidendes Thema sein. Auch, weil die Defensive der Franken neu formiert ist und noch das ein oder andere Fragezeichen bezüglich ihrer Stabilität mitbringt. SGD-Zielspieler Vincent Vermeij dürfte neben seiner Rolle als Flankenempfänger angesichts des Mann-gegen-Mann-Pressings der Franken auch den ein oder anderen langen Ball gegen die Nürnberger Innenverteidigung empfangen.
Erster Auftaktsieg seit sieben Jahren?
Mit einem Heimsieg könnte der 1. FC Nürnberg die Euphorie vor dem Frankenderby am 2. Spieltag kräftig befeuern. Dynamo ist jedoch ein Gegner, wie ihn der FCN in der Vorbereitung nicht hatte. Auch die Stärken der Dresdner könnten die Klose-Elf durchaus vor Probleme stellen. „Ich habe sie hoch im Kurs, weil es eine Einheit ist und weil sie sehr, sehr gute Abläufe haben“, lobt der Trainer den Konkurrenten.
Dennoch verfügt man unter dem Strich sicherlich über mehr Qualität auf den meisten Positionen – und geht entsprechend favorisiert in die Partie. Letztmalig gewann der FCN sein erstes Ligaspiel vor sieben Jahren, der Gegner war damals Dynamo Dresden.


