Von Trainer kritisiert: Hier muss FCN-Neuzugang Ghrieb besser werden

Die Hoffnungen beim neuen Flügeldribbler des 1. FC Nürnberg könnten auf Miroslav Klose ruhen.

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Foto: FCN.de

Dribbelfreudiger Ghrieb

Mit Rayan Ghrieb verpflichtete der 1. FC Nürnberg einen der dribbelfreudigsten Spieler der 2. Bundesliga. In der vergangenen Saison ging der Neuzugang vom 1. FC Magdeburg 6,5-mal pro 90 Minuten ins Dribbling – der zweithöchste Wert unter fast 300 Zweitligaspielern mit mindestens 1.000 Einsatzminuten. Eine Fähigkeit, die beim FCN offenbar gezielt gesucht und nun gefunden wurde.

Rayan Ghrieb zieht mit seinem starken linken Fuß gerne ins Zentrum.

Trainerkritik an Ghrieb

Gleichzeitig bringt Ghriebs Spielweise aber auch Risiken mit sich, die ihn zeitweise in Ungnade bei FCM-Trainer Petrik Sander fallen ließen. Schließlich stand der Rechtsaußen in seinen 27 Einsätzen nur 13-mal in der Startelf – davon sechs Mal bereits an den ersten acht Spieltagen unter Sanders Vorgänger Markus Fiedler. Seit dem 3:0-Sieg der Elbstädter über den FCN am 14. Spieltag, der sich im Nachhinein als Wendepunkt der Saison herausstellen sollte, kam Ghrieb nur noch fünfmal von Beginn an zum Einsatz. Auf sieben Punkte aus den ersten 13 Spielen folgten schließlich 32 Zähler aus den nächsten 21 Partien.

In der Winterpause machte Sander unmissverständlich klar, was ihn bei Ghrieb störte: „Ich bin nicht zufrieden mit Rayan.“ Laut Volksstimme soll es dabei vor allem um unnötige Ballverluste gegangen sein – wie bspw. beim einem Testspiel im Januar. „Gleich in der ersten Aktion spielt er den Querpass, die Post geht ab und wir können zurückliegen. Ich merke mir sowas“, so der 65-Jährige, der den Neu-Nürnberger in der Folge immer seltener berücksichtigte.

Underperformer Ghrieb

Tatsächlich bleibt die Entscheidungsfindung eine der größten Baustellen im Spiel des Franzosen. Immer wieder verpasst der 27-Jährige das richtige Timing zwischen Dribbling und Ballabgabe, besser postierte Mitspieler werden teilweise übersehen. Auch deshalb dürfte Ghrieb seine insgesamt ordentlichen sieben Scorerpunkte laut Wyscout sogar noch unterboten haben. Gemessen an seinen Expected Goals und Expected Assists wären rund vier direkte Torbeteiligungen mehr möglich gewesen.

Hoher Offensivinput birgt Potenzial

Gleichzeitig spricht genau das auch für sein Potenzial. Denn der technisch starke Offensivspieler bringt sich regelmäßig in gefährliche Situationen. Die Anzahl seiner Offensivaktionen und Ballkontakte im gegnerischen Strafraum liegt schließlich deutlich über dem Durchschnitt.

Allesamt Top-8-Werte in der 2. Bundesliga.

Gelingt es ihm, die Qualität seiner Entscheidungen im letzten Drittel zu verbessern und konstanter die richtige Lösung zu finden, spricht sein Offensivinput dafür, dass auch seine Scorerzahlen noch einmal deutlich steigen können.

Hoffnung auf Klose-Coaching?

Nach einem offenbar eher mäßigem Verhältnis zu Petrik Sander könnte dabei auch die Zusammenarbeit mit Miroslav Klose eine wichtige Rolle spielen. Schließlich gilt der FCN-Trainer als jemand, der insbesondere Offensivspieler durch individuelle Detailarbeit weiterentwickeln kann.

Zwar befindet sich Ghrieb mit 27 Jahren nicht mehr im klassischen Entwicklungsalter. Dennoch dürfte er dem 1. FC Nürnberg mit seinem Profil zusätzliche Optionen in der Offensive eröffnen – sei es als Joker oder als Startspieler. Und sollte es ihm gelingen, die von Sander kritisierten Schwächen abzustellen, könnte sein Einfluss auf das Nürnberger Offensivspiel noch einmal deutlich größer werden – was angesichts der kolportierten Ablöse von 600 Tausend Euro wohl auch die Erwartung des Clubs sein dürfte.