Klare Regeln beim FCN
Dass Miroslav Klose ein Trainer ist, der großen Wert auf Struktur legt, ist längst bekannt. Der Coach des 1. FC Nürnberg beschäftigt sich nicht nur intensiv mit individualtaktischen und technischen Details, sondern verteilt auch innerhalb seines Trainerteams klare Aufgaben. Überschneidungen bei der täglichen Arbeit sollen dadurch möglichst vermieden werden.
Dieses Ordnungsprinzip endet allerdings nicht beim Staff. Auch für die Spieler gelten klare Vorgaben – festgehalten in einem vierseitigen Strafenkatalog.
Regeln für Kabine, Essen und Training
Wie Klose im Interview mit 11FREUNDE verriet, besteht der Katalog aus zwei deutschen und zwei englischen Seiten, damit sämtliche Spieler die Regeln verstehen können. Dabei geht es um nahezu alle Bereiche des Mannschaftsalltags – vom Training über die Kabine und das gemeinsame Essen bis hin zum Verhalten rund um den Spielbetrieb. „Wenn Ordnung in der Kabine herrscht, ist auch Ordnung auf dem Platz“, erklärt der 48-Jährige seine Philosophie.
Klose räumt selbst auf
Wie ernst der Weltmeister von 2014 das nimmt, zeigt ein Beispiel aus dem Trainingsalltag. Zu Beginn der Saison räumte Klose den Container mit den Trainingsutensilien nach eigener Aussage persönlich auf und fotografierte anschließend das Ergebnis. Das Bild hängt seitdem an der Wand und dient den Spielern als Orientierung dafür, wie es in dem Raum auszusehen hat. Wird diese Ordnung nicht eingehalten, kostet es.
1.000 Euro für einen vergessenen GPS-Chip
Die wohl ungewöhnlichste Regel betrifft allerdings die GPS-Chips, mit denen im Training die Belastungswerte der Spieler erfasst werden. Spätestens 25 Minuten nach dem Ende einer Einheit müssen diese beim Fitnesscoach abgegeben werden, damit die Daten direkt für das nächste Training ausgewertet werden können. Bleibt ein Chip allerdings in der Weste und landet dadurch in der Wäsche oder geht sogar verloren, wird es teuer: 1.000 Euro Strafe werden in diesem Fall fällig.
Keine Diskussionen
Diskussionen über den Strafenkatalog scheint es beim FCN bislang nicht zu geben. Auf die Frage, ob sich ein Spieler schon einmal über eine aus seiner Sicht ungerechte Strafe beschwert habe, antwortete Klose mit einem Lächeln: „Ist noch nicht vorgekommen und würde sich auch keiner trauen.“
Die Botschaft dahinter ist klar: Klose gilt zwar als humorvoll und nahbar, erwartet von seiner Mannschaft aber gleichzeitig Ordnung, Disziplin und Verlässlichkeit. Gerade bei einem jungen Kader mit einem Durchschnittsalter von 23,4 Jahren sollen die klaren Leitplanken offenbar dabei helfen, professionelle Abläufe zu verinnerlichen – bis hin zum letzten GPS-Chip.


