FCN viel hoch und wenig kontrolliert
Ganze 120 hohe Pässe spielte der 1. FC Nürnberg beim jüngsten 1:1-Unentschieden bei Arminia Bielefeld – Höchstwert in der nun fast zweijährigen Amtszeit unter Miroslav Klose. Gleichzeitig verzeichnete der FCN mit 270 Pässen einen Tiefstwert. Bei nur 39% Ballbesitz wurden demzufolge 44% der Zuspiele hoch gespielt – entsprechend gering war die Kontrolle. Das unterstreicht auch die Passquote von lediglich 65% – ebenfalls ein Tiefstwert unter Klose.
Fernandez versucht sich „Gegebenheiten anzupassen“
Ausgerechnet in dieser Partie durfte der im Winter vom FC Bayern München ausgeliehene Javier Fernandez sein Startelfdebüt für den Club feiern. Der 19-jährige Spanier steht eigentlich für feines Kombinationsspiel – weniger für „Kick and Rush“. „Es waren viele lange Bälle im Spiel. Ich mag es natürlich, den Ball am Fuß zu haben“, erklärte der Mittelfeldspieler bei FCN.de, betonte aber zugleich, dass er versuche sich „immer den Gegebenheiten im Spiel anzupassen. Und wenn dann viele lange Bälle dabei sind, muss ich beispielsweise giftig auf die zweiten Bälle sein.“
Selbstkritischer Fernandez – bald wieder mehr Fußball?
Auch wenn der 1,86 Meter große Rechtsfuß während seiner 74 Einsatzminuten (Analyse hier) zeigte, dass er neben technischer Feinheit auch Robustheit und Aggressivität einbringen kann, bewertete er seine Leistung selbstkritisch: „Ich würde mir 6.5 von 10 Punkten geben.“
Dass Klose künftig wieder mehr Ballbesitz anstrebt, dürfte Fernandez entsprechend entgegenkommen: „Wir müssen schauen, dass wir den Ball mehr haben“, kündigte der FCN-Trainer bei der BILD an.
„Gewinner-Mentalität“ des FC Bayern
Vor seinem Wechsel nach Nürnberg durfte Fernandez bereits am Profitraining des FC Bayern teilnehmen – und mit Spielern wie Harry Kane oder Joshua Kimmich auf dem Platz stehen. Was diese besonders macht? „Diese Gewinner-Mentalität wird jeden Tag vorgelebt. Sie wollen jeden Zweikampf gewinnen. Wenn beispielsweise Joshua Kimmich im Training einen Zweikampf gewinnt, feiert er sich dafür. Niederlagen werden dort nicht akzeptiert“, berichtet die Leihgabe bei FCN.de.
Fernandez glücklich in Nürnberg
Möglicherweise kann Fernandez etwas von dieser Einstellung von der Säbener Straße an den Valznerweiher übertragen. Klar ist: Der junge Spanier fühlt sich sichtlich wohl in Nürnberg. „Ich bin einfach glücklich darüber, hier Spieler für den FCN sein zu dürfen. Das muss ich dann einfach zeigen. Es ist auch nicht gespielt, sondern ich mag die Leute und den Verein wirklich“, sagte er – und lebt damit vorerst seinen Traum vom Profifußball.


