Auswärtspunkt für FCN
Auf fremdem Platz einen Punkt mitnehmen – gegen einen Gegner, der tief im Abstiegskampf steckt und um das nackte Überleben in der 2. Bundesliga kämpft. An und für sich könnte der 1. FC Nürnberg mit dem 1:1-Unentschieden bei Eintracht Braunschweig durchaus zufrieden sein.
Zumal der Club ohnehin zu den schwächsten Auswärtsteams der Liga zählt und nun nach dem 3:2-Sieg in Kiel zum zweiten Mal in Folge auswärts punktete. Insgesamt steht der FCN bei zwölf Punkten aus 14 Gastspielen – trotz des jüngsten Aufwärtstrends weiterhin eine dürftige Ausbeute.
Unzufriedener Klose
Allerdings war es vor allem die Art und Weise, die Miroslav Klose trotz des soliden Ergebnisses unzufrieden stellte. In einer besseren ersten Halbzeit, aus der der FCN mit einer Führung in die Pause ging, sah der Trainer „noch ein bisschen was mit Ball“ – wenngleich es dem 47-Jährigen „da schon zu viele lange Bälle“ waren.
Im zweiten Durchgang nahm dies noch einmal zu: „Wir haben nicht mutig genug Fußball gespielt und die Lösungen mit Ball nicht gefunden“, merkt der Weltmeister von 2014 an. Auch die Zahlen bekräftigen Kloses Analyse: Nur dreimal in dieser Saison spielte seine Mannschaft anteilig mehr lange Bälle, nur einmal war die Passquote schlechter.
„Werden wir sicherlich ansprechen müssen“
Angesichts der Umstände – unter anderem mit vielen Länderspielreisenden – war es für Klose „umso wichtiger, dass wir nicht verloren haben: weil es hätte auch dazu kommen können“. Insofern war der ehemalige DFB-Stürmer mit dem reinen Ergebnis nicht gänzlich unzufrieden: „Deswegen nehmen wir den Punkt“.
Ganz so einfach will der gebürtige Pole seine Spieler aber nicht davonkommen lassen: „Wie der zustande gekommen ist, werden wir sicherlich ansprechen müssen“, kündigt er an und erklärt am Sky-Mikrofon: „Die Art und Weise, wie wir punkten wollen – darauf kommt es an.“
Keine Rechenspiele beim FCN
Das Minimalziel – den Abstand zur Abstiegszone zu halten – wurde sechs Spieltage vor Saisonende damit erreicht. Vom Abstiegskampf befreit sieht Klose den 1. FC Nürnberg dennoch nicht.
Auch wenn man mit einem Sieg in der kommenden Woche im Heimspiel gegen Dynamo Dresden die 40-Punkte-Marke erreichen könnte, bleibt der Trainer zurückhaltend: „Von den Rechenspielen bin ich überhaupt kein Fan. Ich weiß auch gar nicht, ob 40 reichen“, möchte er weiterhin „von Spiel zu Spiel schauen“.


