Beste Voraussetzungen für Heim-Topspiel
Drei Siege aus drei Pflichtspielen, dazu mit sieben Treffern die meisten der 2. Bundesliga nach zwei Spieltagen – besser hätte der 1. FC Nürnberg wohl kaum in die neue Saison starten können. Letztmals gab es einen derartigen Start in der Saison 2017/18, als man letztlich als Tabellenzweiter in die Bundesliga aufstieg. Insofern könnte das Timing wohl kaum besser sein, als Tabellenführer am dritten Spieltag das Topspiel vor heimischer Kulisse gegen Arminia Bielefeld austragen zu dürfen.
7.000 Zuschauer weniger
Der eine oder andere Anhänger des Clubs scheint dies allerdings nicht so zu sehen. Denn wie auf der Spieltagspressekonferenz bekannt gegeben wurde, werden am Samstag lediglich 35.000 Zuschauer erwartet – und damit sogar fast 7.000 weniger als noch beim ersten Heimspiel am 1. Spieltag gegen Dynamo Dresden, als rund 42.000 Zuschauer einen 3:0-Sieg sahen.
Diese hohe Differenz ist jedoch schnell erklärt. Denn die Sachsen brachten damals stolze 8.000 Gästefans mit ins Frankenland – die Arminen sollen nach eigenen Angaben lediglich derer 1.800 mitbringen.
Trotz Erfolgen noch kein steigendes Interesse?
Unter dem Strich bleibt damit aber dennoch eine etwa gleichbleibende Auslastung des Heimbereichs – obwohl seitdem zwei weitere Siege und eine kleine Euphoriewelle, so sollte man jedenfalls meinen, hinzugekommen sind. Angesichts dessen sind die Gründe für das bislang ausbleibende steigende Interesse noch schwer auszumachen. Spielen die noch bis Mitte September anhaltenden Schulferien eine Rolle? „Es ist auch nicht selbstverständlich, dass wenn wir Ferien haben, 42.000 im Stadion“, lobte Klose noch nach dem Dresden-Spiel: „Das zeigt, dass wir viele Sachen richtig machen.“ Neben den Schulferien könnten auch die späte Anstoßzeit sowie die Übertragung im Free-TV eine Rolle spielen.
Attraktivität des Gegners weiterhin entscheidend
Offenbar scheint die Attraktivität des Gegners aber weiterhin die entscheidende Rolle zu spielen. In der Vorsaison, in der der FCN zu keinem Zeitpunkt etwas mit den oberen Tabellenplätzen zu tun hatte, sorgten jedenfalls laut Transfermarkt.de nur die Heimduelle mit Fürth, Schalke und Dresden für mindestens 45.000 Zuschauer. Auch gegen Magdeburg, Kaiserslautern und Hertha kamen immerhin über 35.000 Zuschauer ins insgesamt 50.000 Zuschauer fassende Max-Morlock-Stadion.
Verlass auf die Basis
Mit jedem weiteren Sieg dürften allerdings die Chancen steigen, dass auch unabhängig vom Gegner das Interesse an Heimspielen des 1. FC Nürnberg wächst. Bis dahin kann sich die Mannschaft jedoch auf die lautstarke Unterstützung ihrer Basis verlassen, die sich von äußeren Faktoren weitgehend unbeeinflusst zeigt – darunter über 20.000 Dauerkarteninhaber. Und womöglich entscheidet sich bis Samstagabend auch noch der ein oder andere Kurzentschlossene für einen Stadionbesuch.


