Trainingslager-Tagebuch Tag 5: Ist das die erste Elf? FCN studiert Spielzüge vor Palermo-Test ein

Miroslav Klose will diesmal einen anderen 1. FC Nürnberg in Südtirol sehen als noch vor einem Jahr.

1. FC nürnberg FCN NEws Analyse CLUBFOKUS Javier Fernandez Tim Janisch Marko Soldic
Foto: DO IT NOW Media

FCN im 11 gegen 0

Am fünften Tag des Trainingslagers in Südtirol am Freitag kam die Mannschaft des 1. FC Nürnberg nach einer kurzen Aktivierung im Fitnesszelt um kurz vor 11:00 Uhr auf den Trainingsplatz. Los ging es mit einer lockeren Passübung. Den Großteil der Vormittagseinheit nutzte der FCN dann, um einen Tag vor dem abschließenden Testspiel der Italienreise gegen den italienischen Zweitligisten FC Palermo taktische Abläufe, Laufwege und Passkombinationen einzustudieren – und zwar im sogenannten 11 gegen 0, bei dem der Ball ohne Gegenspieler durch die eigenen Reihen laufen gelassen wird.

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4-3-3 beziehungsweise 4-2-3-1

Zunächst durfte der Ball frei durch die eigenen Reihen zirkulieren. Nach einem Pfiff von Co-Trainer Matthias Kreuzer mussten dann einstudierte Abläufe umgesetzt werden. Ausgangspunkt war meist ein 3-3-Aufbau, bei dem sich der Torhüter zwischen die beiden Innenverteidiger fallen ließ, während die Außenverteidiger eine Linie höher auf Höhe des einzigen Sechsers agierten. Gemeinsam mit zwei weiteren zentralen Mittelfeldspielern (Achter und Zehner), zwei Flügelspielern und einer Spitze ergab sich daraus eine 4-3-3- beziehungsweise 4-2-3-1-Grundordnung.

Flügelangriffe und Box fluten

Abgeschlossen wurden die Angriffe meist, indem der Außenverteidiger nach einem Diagonalball seinen Vordermann – häufig mit einem diagonalen Tiefenlauf aus der Halbspur – auf dem Flügel in Szene setzte. Von dort aus suchte der Flankengeber den Weg Richtung Grundlinie, ehe der Ball flach in den Rückraum gespielt wurde. Die Box sollte dabei mit möglichst vielen nachrückenden Spielern geflutet werden.

Die erste Elf?

Die Übung wurde mit zwei verschiedenen Mannschaften durchgeführt, während das Torhüterteam durchwechselte. Aus den zweiten zehn Feldspielern ließ sich durchaus eine mögliche Startelf herauslesen. Die erste Gruppe um Sigurd Haugen und Adriano Grimaldi, die sich in der Sturmspitze abwechselten, wirkte dagegen eher wie die aktuelle „B-Elf“.

Diese Elf wird die ersten 60 Minuten gegen Palermo absolvieren.

Wie Miroslav Klose bestätigte, wird die vermeintliche A-Elf die ersten 60 Minuten und die B-Elf die letzten 30 Minuten im Testspiel gegen Palermo absolvieren. Rückschlüsse darauf, dass eine Mannschaft bereits die Nase vorn habe, wollte der Trainer aber noch nicht zulassen: „Das ist noch zu früh, das möchte ich nicht.“ Stattdessen gehe es darum, verschiedene Konstellationen im Zusammenspiel zu testen.

Kristian Mandic und Styopa Mkrtchyan sowie Sigurd Haugen und Adriano Grimaldi wechselten sich immer wieder ab.

Der zuletzt angeschlagene Jan Reichert ist laut Klose ebenfalls noch keine Option und wird voraussichtlich erst am Mittwoch ins Torwarttraining zurückkehren. Stattdessen werden Robin Lisewski und Nicolas Ortegel zwischen den Pfosten stehen.

Mittagspause inklusive Fernandez-Interview

Nach gut einer Stunde auf dem Platz war die Vormittagseinheit gegen 12 Uhr beendet. In der langen Mittagspause standen – wie an jedem Tag – wieder Spieler für Einzelinterviews zur Verfügung. Der CLUBFOKUS sprach diesmal mit Javier Fernandez, der unter anderem über Miroslav Klose, seine beste Position sowie die Saisonziele sprach – mehr dazu schon bald auf CLUBFOKUS.de.

Rondos und Spielformen

Die letzte „richtige“ Trainingseinheit des Trainingslagers begann um 16 Uhr mit Läufen zum Aufwärmen.

Anschließend traten zwei Teams in verschiedenen Rondos gegeneinander an – die Verlierer mussten Liegestütze machen. Zunächst wurde sechs gegen zwei gespielt, bis das Duo in der Mitte den Ball eroberte. Anschließend mussten sich die beiden jeweils in einem Eins-gegen-Drei den Ball sichern. Das Team, das den Ball über alle drei Rondos hinweg am längsten in den eigenen Reihen hielt, gewann. Adriano Grimaldi äußerte dabei lautstark seinen Unmut darüber, dass der ein oder andere Mitspieler die Übung nicht vollends verstand.

„Gute Sachen“ auf engem Feld

Danach folgte eine Spielform, die den Großteil der Einheit einnahm. Auf einem etwa 30 Meter langen und 15 Meter breiten Feld wurde sieben gegen sieben plus Torhüter gespielt. Zwei neutrale Spieler unterstützten jeweils die ballbesitzende Mannschaft, sodass sich in Ballbesitz eine Überzahl ergab. Zusätzlich standen sieben weitere Spieler außerhalb des Feldes bereit, „die dann reinkommen“. Für die beiden Neutralen galten dabei wechselnde Vorgaben wie „nur direkt“ oder „zwei Kontakte und Tor nur mit schwachem Fuß“. „Da waren gute Sachen dabei auf dem engen Feld“, zeigte sich Klose zufrieden.

Danach wurden erneut Spielzüge im 11 gegen 0 einstudiert – beispielsweise der lange Ball des Torhüters auf den in die letzte Linie schiebenden Tim Janisch, der auf den tiefer positionierten Julian Justvan ablegen sollte. Anschließend war der Diagonalball auf den tief startenden Zomas vorgesehen.

Klose will anderen FCN sehen

Da Palermo mit Verletzungssorgen zu kämpfen hat, wird das Testspiel am Samstag nun über die klassischen zweimal 45 Minuten statt der ursprünglich geplanten viermal 30 Minuten ausgetragen.

In diesem Jahr möchte Klose allerdings einen anderen 1. FC Nürnberg sehen als noch 2025, als der Club in Südtirol mit 1:2 gegen Arminia Bielefeld verlor. „Das habe ich auch angesprochen, dass ich das nicht möchte, dass sich das wiederholt.“

Anpfiff der Partie ist um 16 Uhr auf der Sportanlage des Tennisvereins Vahrn. Nach dem lockeren Auslaufen am Sonntagmorgen endet das Trainingslager schließlich mit der Rückfahrt nach Nürnberg.