Unverändert
Am Dienstagmorgen um 10:30 Uhr stand für den 1. FC Nürnberg die zweite Einheit im Trainingslager in Gais auf dem Programm. Personell sah es beim FCN im Vergleich zum Vortag unverändert aus. Adriano Grimaldi fehlte weiterhin aufgrund von Wadenproblemen. Bei Jan Reichert ergab die gestrige Untersuchung eine Kapselbandverletzung in der Schulter. Beide absolvierten jedoch immerhin individuelle Einheiten. Um einen vierten Torhüter zur Verfügung zu haben, stand Torwarttrainer Dennis Neudahm in den späteren Übungen mit im Tor.

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Überzahl / Unterzahl
Nach der Aktivierung waren die Profis diesmal direkt mit dem Ball beschäftigt. Die erste Spielform beschäftigte sich mit Über- und Unterzahl sowie dem Umschalten nach Ballverlust und Balleroberung.
Auf einer Spielfläche von etwa der Länge eines doppelten Sechzehners und der Breite des Strafraums agierten in der Mitte zunächst vier Spieler einer Mannschaft gegen zwei Gegenspieler. Eroberten die beiden Verteidiger den Ball, spielten sie gemeinsam mit beiden Torhütern und fünf weiteren Mitspielern gegen die vier Gegner auf Ballbesitz. Gewann die andere Mannschaft wiederum das Spielgerät zurück, konnte sie sofort auf beide Tore abschließen.
Die Übung wurde parallel auf zwei Spielfeldern durchgeführt. Während Matthias Kreutzer eine Gruppe coachte, war bei der anderen Javier Pinola aktiv. Miroslav Klose wechselte regelmäßig zwischen beiden Feldern und beobachtete die Abläufe. Auffällig war, dass nach Ballverlust immer wieder lautstark das fünfsekündige sofortige Nachsetzen im Gegenpressing eingefordert wurde. Gleichzeitig wurde zwischenzeitlich „zu wenig Ruhe am Ball“ bemängelt.

Intensiv
In der zweiten Spielform wurde weiterhin auf zwei Gruppen aufgeteilt. Auf einer Fläche von rund 25 Metern Länge und der Breite des Strafraums wurden verschiedene Gleichzahl-Situationen ausgespielt. Zu Beginn im Eins-gegen-eins, anschließend im Zwei-gegen-zwei und später im Drei-gegen-drei.
Die Übung wurde über einen längeren Zeitraum durchgeführt. Das Tempo und die Intensität waren dabei hoch, sodass gegen Ende der Einheit – verständlicherweise – die Konzentration und Zielstrebigkeit etwas nachließen. Nach rund 90 Minuten war die erste Einheit des Tages beendet.
Enge Räume
Am Nachmittag um 16:00 Uhr stand die zweite Einheit des Tages an. Auch hier stand sehr schnell der Ball im Mittelpunkt. Gespielt wurde auf zwei Tore – wobei eines etwa 15 bis 20 Meter hinter der Mittellinie und das andere auf der Grundlinie stand. Deutlich enger war hingegen die Breite, die zwischen Fünf- und Sechzehnmeterraum abgesteckt war. Die FCN-Profis sollten entsprechend im 7-gegen-7 (plus Torhüter und Grimaldi als freien Spieler) Lösungen finden. Situativ durften – vor allem im letzten Drittel – auch die am Flügel positionierten Wandspieler miteinbezogen werden.
Dabei wurde konsequent der Aufbau über zwei Innenverteidiger forciert. Auch ein klarer Stürmer war erkennbar sowie viele Steil-Klatsch-Lösungen über den Dritten. Presste ein Team höher, verteidigte es im Mann-gegen-Mann – im tieferen Verteidigen formte man einen Block.
Aufgeteilt
Daraufhin wurde der Angriff vom Rest getrennt. Rayan Ghrieb, Julian Justvan, Piet Scobel, Sigurd Haugen, Mohamed Ali Zoma, Can Moustfa, Justin von der Hitz und Adriano Grimaldi kamen zu Miroslav Klose, wo man Abläufe durchging. So erhielt der Zehner einen Ball, drehte auf und spielte den Stürmer an, dessen Klatschpass der eine Flügelspieler auf den anderen in die Tiefe durchsteckte. Auffällig war, wie oft der Cheftrainer – auch bis weit nach der Übung – seine Spieler noch im Detail coachte, etwa beim ersten Kontakt oder bei der Aufdrehbewegung.

Parallel dazu legten Javier Pinola und vor allem Matthias Kreutzer den Schwerpunkt auf den Spielaufbau – in dem viel auf ein 4-2-3-1 hindeutete. Immer wieder sollte man gegen die eher passiv verteidigenden Gegner Lösungen finden. Mal löste man Situationen über ein Dreieck auf, aber auch die Verlagerung auf die ballferne offene Seite wurde oftmals nahegelegt.
Interessanter Tag
Auch wenn der zweite Teil der zweiten Einheit nicht gerade intensiv war, brachte der Dienstag durchaus einige interessante Erkenntnisse mit: unter anderem den Wunsch nach aggressivem Gegenpressing, klaren Strukturen im Aufbau und Lösungen auf engem Raum. Die Stimmung auf dem Feld war abermals gut.
Am morgigen Mittwoch findet um 10:30 Uhr die erste Einheit im Gym statt, während das zweite Training um 16:00 Uhr auf dem Platz stattfindet. Dann könnte auch ein 11-gegen-11 auf dem Programm stehen, was sicherlich noch das ein oder andere weitere spannende Detail verraten dürfte.


