„So bringst du eine Mannschaft zurück“: Was Wolfsburgs Kapitän über den FCN sagt

Wolfsburgs (Vize-)Kapitän spricht über die Mentalität des 1. FC Nürnberg und die besondere Rolle des Max-Morlock-Stadions.

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Foto: DO IT NOW Media

Verdient hinten

Dass das Spitzenspiel der 2. Bundesliga zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Wolfsburg derart dramatisch enden würde, war nach der ersten Halbzeit noch nicht unbedingt absehbar. „Wenn wir uns eines in der ersten Hälfte vorwerfen müssen, dann, dass wir nicht schon drei oder vier Tore machen“, ordnete Hauke Wahl, der in Abwesenheit des zunächst auf der Bank sitzenden Kapitäns Maximilian Arnold die Binde trug, die ersten 45 Minuten und die verdiente 2:0-Führung der Gäste ein.

„Wir haben super Fußball gespielt und waren vor allem eklig in den Zweikämpfen und haben viele Duelle gewonnen. Wir haben sie immer wieder in ihre Hälfte geschnürt und dadurch Druck ausgeübt, der vor allem über die Zweikämpfe kam“, lobte er die Leistung seiner Mannschaft.

Mehr Intensität

FCN-Doppelpacker Piet Scobel sah den Unterschied zwischen der ersten und zweiten Halbzeit vor allem in der Intensität begründet: „Ich finde, durch die Intensität, die wir in der zweiten Halbzeit reingebracht haben, waren wir schon die deutlich bessere Mannschaft und haben uns die Führung verdient.“

Ähnliche Worte fand auch Wahl: „Es war zu sehen, dass Nürnberg die Zweikämpfe mehr gewinnen wollte. Wir haben immer ein bisschen die Verantwortung abgegeben und gehofft, dass der nächste den Zweikampf gewinnt.“

Faktor Stadion

Dass der Club zurückkam und die Partie zwischenzeitlich zum 3:2 beziehungsweise 4:3 drehte, bevor man den Ausgleich zum 4:4 hinnehmen musste, war auch der Atmosphäre im Max-Morlock-Stadion zu verdanken. „Und dann wird das Stadion lauter, der Glaube wird immer mehr. So bringst du halt eine Mannschaft ins Spiel zurück – über Mentalität“, erkannte auch Wahl an.

Schon vor dem Halbzeitpfiff wurde es auf dem Spielfeld hitzig. Dass diese Szenen das Stadion zusätzlich anheizten, sah FCN-Trainer Miroslav Klose jedoch anders: „Ich glaube, dass es nicht durch die Rudelbildungen oder Tumulte war, durch die das Stadion gekommen ist. Sondern das war unsere Energie, die wir auf den Platz gebracht haben.“

Gemischte Gefühle

So durfte man auf Nürnberger Seite trotz der Enttäuschung über den späten Ausgleich durchaus stolz auf das Comeback nach den ersten 45 Minuten sein. „Da müssen wir uns heute hinterfragen“, zeigte sich Gästetrainer Tobias Strobl mit der Entwicklung der Partie deutlich weniger zufrieden.

Zumal er das Gefühl hatte, dass sein Team zu oft den entscheidenden letzten Schritt nicht mehr gegangen sei und dem Club „beide Hände reichte“. Das belegte er auch mit der Zweikampfquote von lediglich 38 % nach der Pause, die laut Strobl die „mit Abstand schlechteste der gesamten Saison“ gewesen sei.

„Deswegen fühlt es sich heute nicht wie ein Punktgewinn an, aber auch nicht nach zwei liegengelassenen Zählern“, lautete sein abschließendes Fazit. Es war eben ein ziemlich verrücktes Spiel – das sich auch mit etwas Abstand noch nicht so wirklich erklären lässt.