Seit FCN-Abgang kaum im Einsatz – Duman: „Sehr wohl im Verein & in der Stadt gefühlt“

„Fußball ist manchmal nicht fair“ – der 28-Jährige reflektiert seine Zeit beim 1. FC Nürnberg.

Taylan Duman 1. FC Nürnberg Abgang CLUBFOKUS Miroslav Klose Mittelfeld
Foto: FCN

Duman mit „ein paar falschen Entscheidungen“

Dreieinhalb Jahre spielte Taylan Duman für den 1. FC Nürnberg, ehe im Winter des Vorjahres der Abschied zum SV Sandhausen erfolgte. Nach einer desolaten Rückrunde inklusive des Abstiegs des SVS in die Regionalliga stand für Duman im vergangenen Sommer erneut ein Neuanfang bevor. Doch die Vereinssuche gestaltete sich schwieriger als erwartet, weshalb der 28-Jährige eine Halbserie vereinslos blieb und sich erst Ende Januar dem Drittligisten Viktoria Köln anschloss.

Im Interview mit FuPa gibt der Deutsch-Türke zu: „Es war einfach nicht das erhoffte Angebot dabei. Man muss alles abwägen. Es gab viele Anfrage auch aus der Türkei, aber da wollte ich noch nicht hin. Ich habe in der Zeit vielleicht ein paar falsche Entscheidungen getroffen. Es war eine Lehre für mich, meine Persönlichkeit und mein Leben. Anspruch und Realität dürfen nicht zu weit voneinander entfernt sein“, so der 78-malige FCN-Profi. „Allerdings wäre es schwer für mich gewesen, finanziell für weniger als die Hälfte meines vorherigen Gehalts auszulaufen. So ehrlich bin ich.“

Duman fühlte sich wohl beim FCN

Doch zu einem Pflichtspieleinsatz – geschweige denn zu einer Kadernominierung – kam es für Duman seit nun fast einem Jahr nicht mehr. Zunächst fiel der technisch versierte Rechtsfuß krankheitsbedingt aus, anschließend aufgrund muskulärer Probleme.

Auch in Nürnberg bremsten ihn Verletzungen immer wieder aus – etwa ein Syndesmosebandriss, der nach einer starken ersten Saison einen Bruch in seiner Entwicklung bedeutete. Da er sich anschließend nie vollständig zurückkämpfen konnte, musste sich Duman eingestehen:

„Ich wollte weg, denn ich wollte spielen. Leider sind manchmal andere Faktoren als die eigene Trainingsleistung entscheidend. Profi sein heißt nicht nur, gut auf dem Platz zu sein“, schätzt er selbstkritisch ein – wenngleich er grundsätzlich gerne beim Club geblieben wäre: „Ich habe mich sehr wohl im Verein und in der Stadt gefühlt, aber Fußball ist manchmal nicht fair – genauso wie das Leben.“

Rückkehr in die 2. Bundesliga?

Nun ist Duman froh, im Januar den Anruf aus Köln erhalten zu haben. Dort will er trotz des unglücklichen Starts auch den nächsten Widrigkeiten seiner Karriere trotzen: „Es gibt so viele Rückschläge, doch es ist wichtig, wie man damit umgeht“, zeigt der gebürtige Westfale ein starkes Mindset: „Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen, aber wichtig ist es, immer bei sich zu bleiben und sich nicht zu vergleichen. Wenn etwas sehr unwahrscheinlich ist, dann kann man es dennoch schaffen.“

Sein großes Ziel sei es nun, die Rückkehr in die 2. Bundesliga zu schaffen. Zunächst muss Taylan Duman jedoch wieder spielfit werden, um seinen ersten Einsatz für Viktoria Köln zu absolvieren, die derzeit im Tabellenmittelfeld der 3. Liga rangieren – und damit seine erste Spielminute seit dem 16. März 2025 zu sammeln. Möglicherweise kommt es in Zukunft ja noch einmal zu einem Wiedersehen mit dem 1. FC Nürnberg.