FCN mit „sehr, sehr guter Bank“
Mit dem neuen Innenverteidiger-Duo um Fynn Otto und Alexios Kalogeropoulos konnten sich gerade einmal zwei Neuzugänge in dieser noch jungen Saison als Stammspieler durchsetzen – und dennoch spricht Joti Chatzialexiou davon, „unsere Transferziele nahezu zu 100 Prozent erreicht“ zu haben. Schließlich lag in diesem Sommer der Fokus darauf, die Mannschaft der Vorsaison weitgehend zusammenzuhalten und sich dafür in der Breite zu verstärken: „Wir haben eine sehr, sehr gute Bank“, sagte der Sportvorstand neulich bei Sky.
Noch kein Scorerpunkt durch Joker
In Zahlen gezeigt hat sich diese neue Breite bislang allerdings noch nicht. Denn der FCN ist nach vier Spieltagen laut Transfermarkt.de einer von nur drei Vereinen in der 2. Bundesliga, der noch weder ein Tor noch eine Vorlage durch einen Einwechselspieler verzeichnen kann – und das, obwohl man mit 13 erzielten Toren die beste Offensive der Liga stellt.
Immerhin konnte der eingewechselte Rafael Lubach am ersten Spieltag beim 3:0-Heimsieg über Dynamo Dresden einen Elfmeter herausholen. Unabhängig davon setzt sich damit eine Misere fort, die inzwischen schon seit fast einem Jahr anhält.
Fast ein Jahr anhaltende Misere
Denn das letzte Mal, dass ein Offensivjoker von Miroslav Klose stach, war am 20. September des Vorjahres. Am 6. Spieltag sorgte damals der eingewechselte Adriano Grimaldi für den 2:1-Last-Minute-Heimsieg über den VfL Bochum. Seitdem kam kein einziges weiteres Tor eines eingewechselten Offensivspielers hinzu.
Lediglich Ex-Kapitän Robin Knoche versenkte noch am 10. Spieltag beim 1:1 Ende Oktober in Kaiserslautern einen Elfmeter, nachdem er in der Schlussphase aufs Feld gekommen war – was ebenfalls schon bald ein Jahr zurückliegt. Seitdem erzielte jeder andere Zweitligist bis zum Ende der Vorsaison mindestens zwei Jokertore – im Ligadurchschnitt waren es fünf.
Offensivjoker (noch) ineffektiv
Beim jüngsten 2:2-Remis bei Holstein Kiel konnten beispielsweise auch die eingewechselten Rayan Ghrieb, Sigurd Haugen oder William Bøving an dieser Negativserie nichts ändern – positive Ansätze versandeten in Ineffektivität vor dem Tor. Dennoch muss man feststellen, dass sich der 1. FC Nürnberg in der Breite verstärken konnte und nun über deutlich mehr Offensivoptionen auf der Bank verfügt. Insofern scheint es nur eine Frage der Zeit, bis dem FCN endlich wieder ein Jokertor gelingt.
Ohnehin war in den drei Ligaspielen zuvor kein später Treffer – etwa durch einen Einwechselspieler – nötig. Vor dem Unentschieden in Kiel führte der FCN jeweils spätestens ab der 74. Minute mit zwei Toren Vorsprung. Am kommenden Freitagabend zu Hause gegen Hannover 96 ist hingegen wieder ein deutlich engeres Spiel zu erwarten.


