Überlegener FCN
Der 1. FC Nürnberg war am vergangenen Wochenende in Bielefeld in den ersten 45 Minuten die überlegene Mannschaft. Man dominierte den Gegner zwar nicht mit viel Ballbesitz, zeigte aber im letzten Drittel einige gute Aktionen, durch die man auch ein zweites Tor hätte erzielen können. Ob der FCN-Gegner zu passiv vor der Pause agierte? Gegen diesen Vorwurf wehrte sich Arminia-Trainer Mitch Kniat vehement: „Da mache ich meinen Jungs keinen Vorwurf. Das ist Fußball.“
Lob für den Club
Stattdessen sah der 40-Jährige die schwache erste Hälfte seines Teams in einem guten Club begründet: „Wir haben einen Gegner aus Nürnberg, der einen fußballerischen Ansatz hat und das auch sehr, sehr gut macht.“
Was daraufhin folgte, war ein Lob an fast die gesamte Nürnberger Mannschaft. „Mit vielen zentralen Spielern haben sie gute Ballstaffetten“, hob Kniat unter anderem das Mittelfeld und dessen „Ballsicherheit“ hervor – wo man ihm angesichts der Kombination aus Adam Markhiyev, Finn Ole Becker, Javier Fernandez und Julian Justvan kaum widersprechen mag.
„Sie haben auch gute Spieler im Sturm, wo einer den Ball festmachen kann und der andere hat einen extrem guten Tiefgang mit viel Tempo“, wurde auch der Angriff gelobt. Während das bei Mohamed Ali Zoma wohl jeder so unterschreiben würde und seine Verletzung inklusive damit verbundener Auswechslung das Nürnberger Spiel schwächte, konnte Adriano Grimaldi im FCN-Trikot noch nicht nachhaltig überzeugen.
Hinterherlaufen
„Zwei gute Innenverteidiger gegen und mit dem Ball und einen guten Torwart“, schloss Kniat auch noch die Defensive der Franken ein und nannte am Ende nur die beiden Außenverteidiger nicht explizit. Während die Innenverteidiger Luka Lochoshvili und Fabio Gruber sowohl am Boden als auch in der Luft überdurchschnittliche Zweikampfquoten verzeichnen, gehört auch Torhüter Jan Reichert mit seinen Paraden, die mehr als fünf erwartbare gegnerische Treffer verhinderten, statistisch ebenfalls zu den besten auf seiner Position.
So reihte sich Bielefelds Coach in die Reihe vieler Trainer ein, die die Qualität der Nürnberger lobten. „Dann ist es auch mal normal, dass man hinterherlaufen muss“, betont er. Wenngleich zur Wahrheit auch gehört, dass in der zweiten Halbzeit nur noch die Mannschaft von Miroslav Klose hinterherrannte und sich am Ende mit den 1:1 begnügen musste. Dabei ließ man zwar – vor allem aus dem offenen Spiel heraus – kaum etwas zu, fand mit Ball aber auch nicht mehr statt. So bleibt es dabei, dass der Club in dieser Saison sehr oft gelobt wird, dafür aber zu selten Siege einfährt.


